Dietramszell - Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München wird dem Gemeinderat den Themenkomplex Biogasanlage nun doch nicht erläutern. Traudi Fröstl hat ihren Antrag zurückgenommen.
„Ich möchte endlich eine klare Aussage haben, und ich will Frieden in Ascholding.“ Mit diesen Worten begründete Traudi Fröstl ihren Antrag, dass der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München und Constanze Hagen vom Landratsamt dem Gemeinderat noch einmal die komplexe Materie Biogasanlage allgemeinverständlich erläutern. Denn: Der Streit zwischen Georg Rieger sen., einst Zweiter Bürgermeister der Gemeinde, und seinem Nachbarn Josef Maier, aktueller ÖDP-Kreisrat, schwelt immer weiter. Jetzt soll die Biogasanlage erweitert werden, und Maier, der sich von Geruch und Lärm belästigt fühlt, läuft dagegen Sturm.
Barbara Regul pflichtete Traudi Fröstl bei. „Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass sich die Rechtslage geändert hat“, sagte sie mit Blick auf neue Richtlinien des Innenministeriums. „Wir brauchen das eindeutig interpretiert.“ Andernfalls fürchtet sie, „dass sich der Zwist über Generationen hinzieht“. „Dafür gibt es genügend Beispiele.“
Richtig in Rage war Hubert Prömmer: „Die Person Maier verfolgt das Ganze ja mit missionarischem Eifer.“ Prömmer erinnerte an den Runden Tisch im vergangenen Sommer, der mit hochrangigen Experten besetzt war und der den Konflikt beilegen sollte. „Es gibt keinen Bürger, dem je so ein hochkarätiges Podium geboten worden wäre“, sagte er. Es gelte festzustellen, dass die Gemeinde mit der ganzen Angelegenheit wenig zu tun hat. „Von mir aus soll er den Niedermaier oder den Seehofer verklagen, aber uns soll er damit in Ruhe lassen.“ Bürgermeisterin Leni Gröbmaier erklärte: „Herr Maier hat ja die Möglichkeit, den Klageweg zu beschreiten oder die Mediation mit seinem Nachbarn zu suchen.“
Als sich abzeichnete, dass der Antrag keine Mehrheit findet, zog Traudi Fröstl ihn zurück. Sie äußerte lediglich den Wunsch, dass Constanze Hagen in den Gemeinderat eingeladen wird. Dem schloss sich der Gemeinderat mit 14:6 Stimmen an. Übrigens: Maier, der kürzlich aus der Bauausschuss-Sitzung verwiesen wurde, weil er das Wort ergriffen hatte, ohne das man ihm Rederecht eingeräumt hatte, war anwesend. Er verhielt sich dies Mal still. Josef Hauser, Ascholdinger Gemeinderat, versicherte: „In Ascholding gibt es keinen Krieg, deswegen braucht es auch keine Befriedung.“ (vu)
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