Dorfen – Der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Doch in Dorfen kommt er vor allem vom Dach.
„Strom vom Dach“ hieß der zweite Abend der Vortragsreihe zum Energiekonzept „3 x 100% Erneuerbar“ der Dorfener Grünen. Vorstandsmitglied Eckhard Engel warb dabei dafür, dass sich gerade im ländlichen Raum viele Möglichkeiten böten, durch Investition in erneuerbare Energien die heimische Wirtschaft zu fördern und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.
Nach dem Konzept der Grünen soll bereits 2015 in Dorfen rechnerisch mehr Strom aus erneuerbaren Quellen kommen als hier verbraucht wird. Da Biogas schon weitgehend ausgereizt sei, geht das laut Engel „im sonnigen aber eher windarmen Dorfen vor allem mit Photovoltaik“.
Durch die EEG-Umlage, die derzeit rund 3,5 Cent betrage, hätten die kleinen und mittleren Stromkunden (Großabnehmer sind weitgehend befreit) die Entwicklung der Erneuerbaren Energien erst möglich gemacht. Diese Umlage werde zumindest durch Photovoltaik nicht mehr nennenswert wachsen, da die Fördersätze für Neuanlagen inzwischen sehr niedrig seien und ständig weiter abgesenkt würden.
Anhand von Luftbildern stellte der Referent verschiedene in Dorfen und Umgebung installierte Anlagen vor. „Beinahe jedes Dach ist für eine Photovoltaik-Anlage geeignet, auch wenn es nicht genau nach Süden zeigt“, sagte Schertler, „es muss nur in gutem Zustand und unverschattet sein“. Aufgrund der staatlich garantierten Einspeisevergütung sei in der Regel eine 100-prozentige Finanzierung ohne Eigenkapital und ohne Eintragung einer Grundschuld möglich. Ein Landwirt aus dem Publikum wies auf die Möglichkeit zur sicheren Geldanlage und Aufbesserung der oft eher geringen landwirtschaftlichen Rente hin.
Intensiv diskutiert wurde die Möglichkeit des Eigenverbrauchs von Solarstrom. „Neue PV-Anlagen sollten auf jeden Fall von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, empfahl Schertler. Stromintensive Geräte sollten dann angestellt werden, wenn man den dazu nötigen Strom selbst produziere. Dies entlaste einerseits das Stromnetz und mache vor allem kleine Dachanlagen auf Einfamilienhäusern rentabel, so der Referent. Auch kämen 2012 erstmals kleine Batteriespeicher auf den Markt. Dann ist es auch möglich, den selbst erzeugten Sonnenstrom nachts zu nutzen. ar
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