Dorfen - Bei der Generalsanierung der Dorfener Grund- und Mittelschulgebäude besteht nach Ansicht der Firma „rheform“ aus München ein Einsparpotential bei den Betriebskosten bis zu drei Millionen Euro.
Ein Unternehmensvertreter hat dazu viel versprechende Maßnahmen im Stadtrat vorgestellt, die aber nicht alle unumstritten waren. Der Beschluss, vor dem Beginn der Feinplanungen der Generalsanierung noch einmal nach Kostenoptimierung zu forschen, habe sich als „wertvoll“ erwiesen, sagte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Dabei sei „bewusst das Gesamtprojekt betrachtet worden“, etwa auf Lebenszyklen, Nachhaltigkeit und vor allem Auswirkungen der Bau- und Technikausstattung auf die Betriebskosten, erklärte Verwaltungsleiter Michael Korff.
Projektleiter Matthias Reichle vom Planungs- und Beratungsunternehmen „rheform“ zeigte auf, wie sich Einsparungen durch Maßnahmen in verschiedenen Bereichen auf alle Betriebskosten jeweils in den nächsten 25 Jahren entwickeln könnten. So könnte ein Rückbau von Klassenzimmern (Teilabriss in Gebäudeanbauten) künftig rund 380 000 Euro einsparen. Parkett statt Linoleum würde rund 350 000 Euro bringen. Etwa 500 000 Euro würde eine neuartige hybride Lüftungstechnik (Kombination von natürlicher und maschineller Lüftung) in den Klassenzimmern ergeben. Die Funktionalität des Lüftungssystems wurde allerdings sehr skeptisch gesehen und war heftig umstritten, weil es in der Praxis wohl nur in Berlin ein Referenzprojekt gibt.
„Keiner hat gedacht, dass es so große Einsparpotentiale gibt“, sagte Bürgermeister Grundner beeindruckt. Insgesamt wurden die Einsparvorschläge im Stadtrat begrüßt und unterstützt. Dann folgte ein Beschlussmarathon.
Unumstritten war die ursprüngliche Bauzeit von bis zu sechs Jahren auf 24 Monate zu verkürzen und die Kosten auf drei Haushaltsjahre zu verteilen. Vorteil sei, dass man dann nach zwei Jahren in ein nagelneues, topmodernes Schulgebäude ziehen könne. Der Abbruch von Klassenzimmer wurde abgelehnt (13:6 Stimmen). Nur Martin Heilmeier (LDW) stimmte gegen Parkettboden statt Linoleum. Einstimmig wurde einer Keramikfassade zugestimmt, die keine Algenbildung bekommt.
Zur hybriden Lüftungstechnik für die Klassenzimmer gab es mehrere Abstimmungen. Der Heilmeier-Antrag die hybride Lüftungstechnik nicht weiter zu verfolgen wurde ebenso abgelehnt (7:12) wie der Antrag von Gerald Forstmaier (GAL). Der Umweltreferent forderte den Nachweis der technischen Umsetzbarkeit und einen Kostenvergleich zur geplanten zentralen und dezentralen Lüftungsanlage.
Einstimmigkeit folgte das Gremium den Antrag von Monika Hagl (CSU), den Beschluss zur hybriden Lüftungstechnik bis zur nächsten Sitzung zurückzustellen. Bis dahin soll die Verwaltung „neue Erkenntnisse“ zu dieser Möglichkeit verlegen. Einstimmig wurde auch einer neuen Elektroplanung für das Schulgebäude zugestimmt. prä
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