Dorfen - Wachstum um jeden Preis ist kein Allheilmittel. Auch nicht in der Landwirtschaft. Das ist der Tenor einer Veranstaltung des Kreisverbandes der ÖDP zum Thema „Genug ist genug - Landwirtschaft am Scheideweg“.

Der falsche Weg für Bauern ist der Wachstum um jeden Preis, warnte der AbL-Vorsitzende Josef Schmid (r.). Foto: WEingartner
Die Ökopartei hatte dazu die Vorsitzenden des Landesverbandes Bayern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Edith Lirsch und Josef Schmid, eingeladen.
Zunächst stellten Lirsch und Schmid ihren Verband als „unabhängige Bauernstimme“ vor. Das könne man vom Bayerischen Bauernverband nur bedingt sagen, der mehrmals wegen seiner hierarchischen Struktur und mangelnden Interessensvertretung der kleineren Betriebe heftig attackiert wurde. Dafür gab es dann Kritik vom Stadtrat und Landwirt Johann Selmair, der den BBV durchaus als seriöse Berufsvertretung sah.
In der Agrarpolitik sei gegenwärtig ein Paradigmenwechsel zu beobachten, erklärten Lisch und Schmid. Man orientiere sich immer mehr an dem Allheilmittel Wachstum. „Da sitzen wir in der Landwirtschaft im falschen Zug“, warnte der Neufraunhofer Biobauer Schmid. „Wachsen, wachsen“, sei die falsche Richtung. Wo das hinführe, zeige die derzeitige Finanzkrise deutlich.
Eine zentrale Forderung der AbL sei, dass die landwirtschaftliche Produktion sich an der Haltung der Gesellschaft orientiere. Die wolle keine industriealisierte Agrarwirtschaft mit Massentierhaltung, Gentechnik und Patenten auf Pflanzen und Tiere. Letztlich führe das die Bauern in eine Fremdbestimmung durch Agrarkonzerne. (prä)
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