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BI Schwindkirchen: „Keine Autobahn-, sondern Trassengegner“

BI Schwindkirchen: „Keine Autobahn-, sondern Trassengegner“

Dorfen - „Wir sind keine Revoluzzer und Querulanten", wehrt sich die Bürgerinitiative Schwindkirchen gegen Vorwürfe von CSU-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Staatskanzlei teilt derweil mit, eine „zwischenzeitliche Verkehrsfreigabe bis Dorfen" der A 94 sei nicht geplant.

Bei der Eröffnung des Autobahnabschnitts der A 94 Forstinning - Pastetten hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Gegner der Isentaltrasse pauschal kritisiert. Ihnen gehe es nur darum, das Projekt zu verhindern und zu verzögern. Diesen Vorwurf weisen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Schwindkirchen, Andreas Melzert, Franz Wimmer, Martin Bertold und Dorfens Stadtrat Günther Drobilitsch, im Gespräch mit unserer Zeitung entschieden zurück.

„Wir sind grundsätzlich keine Autobahngegner, sondern Trassengegner, und haben Verbesserungsvorschläge für unseren Bereich eingebracht“, betont Melzert, selbst Straßenplaner. Man sei speziell „nur gegen die A 94 im Isental“, weil Mensch und Natur in Schwindkirchen und entlang der Orte im Goldachtal stark betroffen seien. In einem Rechtsstaat müsse es erlaubt sein, sich zur Wehr zu setzen, wenn Heimat und Lebensqualität zerstört würden.

Ramsauer liege mit seiner Kritik völlig daneben, so die BI-Sprecher, denn die Gegner der Isentaltrasse würden seit Jahrzehnten Alternativvorschläge wie den Ausbau der B 12 anbieten, was ohnehin die „eindeutig bessere Lösung wäre“, sagt Drobilitsch. Speziell die BI Schwindkirchen habe sich bereits vor Veröffentlichung der dritten Tektur zum Planfeststellungsverfahren für „ihren“ A 94-Abschnitt Heldenstein - Dorfen mit „konstruktiven Vorschlägen eingebracht“. Das sei „Ramsauer persönlich bekannt“, betont Wimmer.

Wenn die A 94 durch das Isental komme, wolle man wenigstens das Optimale beim Lärm- und Umweltschutz für Schwindkirchen erreichen, stellen die BI-Sprecher klar. Die aktuelle Planung sei allerdings „ein Irrsinn“, so Drobilitsch, mit unter anderem einer 17 Meter hohen „Monsterbrücke“ bei Seebach über die Goldach und gewaltigen Dämmen für die Trasse. „Das kann man besser machen.“

Genau das habe die BI für den Bereich Schwindkirchen im Rahmen der Einwendungen gemacht, sagt Melzert. Der Autobahndirektion seien die „sehr konkreten Vorschläge“ bekannt. Damit würde der Bau sogar billiger. So wurden eine deutliche Absenkung der Großbrücke und Trasse sowie eine mögliche Umgehung als Entlastung für Schwindkirchen während der Bauzeit aufgezeigt. Weiter müssten ein wirksamer Lärmschutz her und die Park- und WC-Anlage bei Kaidach kleiner werden, wovon besonders die Dillis-Siedlung betroffen sei. Eine zentrale Forderung ist, dass eine Verkehrsfreigabe der A 94 nur erfolgen dürfe, wenn sie bis Heldenstein fertig gebaut sei.

Von den verantwortlichen Politikern, Planern und Behörden habe man zu den Vorschlägen bisher außer mündlichen Absichtserklärungen nichts gehört. Lediglich von CSU-Staatsminister Marcel Huber. Der hatte kürzlich öffentlich erklärt, dass jeder fertige A 94-Abschnitt sofort unter Verkehr genommen werde. Für die Schwindkirchener, die das Projekt konstruktiv begleiten wollen, sei diese Aussage wie ein „Schlag ins Gesicht“, ärgert man sich bei der BI.

„Die Befürchtung einer isolierten Freigabe des Autobahnabschnitts der A 94 bei Dorfen ist unbegründet“, teilt derweil die Bayerische Staatskanzlei mit. Huber habe bei der Eröffnungsfeier des Abschnitts bis Pastetten deutlich gemacht, dass wegen der Dringlichkeit der A 94 ein schnellstmöglicher Baubeginn im Abschnitt Pastetten - Dorfen notwendig sei. Dieser soll 2012 mit den bauvorbereitenden Maßnahmen erfolgen.

Ziel der Bayerischen Straßenbauverwaltung sei es, die Bauabwicklung so zu steuern, dass mit dem Abschnitt Pastetten - Dorfen auch der sich im Planfeststellungsverfahren befindliche Abschnitt Dorfen - Heldenstein zeitgleich freigegeben wird. Die Verkehrsfreigabe solle sofort nach Fertigstellung dieser Abschnitte erfolgen. „Eine zwischenzeitliche Verkehrsfreigabe bis Dorfen ist nicht vorgesehen“, so die Staatskanzlei.

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