Die Juroren der großen Jahresausstellung haben es nie leicht, auch nicht 2013. Von 282 eingereichten Werken mussten Alexandra Hendrikoff, Geraldine Frisch, Moritz Michels, Maria Rucker und Ruth Mairgünther wieder gerade so viele und vor allem so zueinander passende Werke auswählen, dass eine stimmige und hoffentlich auch gute Ausstellung zustande kommt. Allein dieser Prozess ist bei vielen Künstlern umstritten und sorgt seit jeher für mehr oder wenige große Querelen. Heuer hatte die Jury außerdem wieder die Aufgabe, einen Kunstpreis- und einen Förderpreisträger aus den Reihen der ausgewählten Künstler auszusuchen. Diese werden am Samstag bei der Vernissage offiziell vorgestellt.
Die Auswahl, das ist heuer unbestritten, ist gelungen, die Ausstellung in sich stimmig. Dabei sind doch ganz unterschiedliche Arbeiten zu sehen, von total abstrakt bis total gegenständlich.
Im Eingangsraum fällt mal auf Anhieb die Arbeit „Network“ von Helmut Mühlbacher auf. Aus 167 leeren Inkjetdrucker-Patronen hat der Künstler ein Rad gebaut. Es steht auf mehreren Kisten, vollgepackt mit bedrucktem Papier. Da stellt sich die Frage nach Sinn und Unsinn unserer übercomputerisierten Welt.
Der Blick in den Oberlichtraum wird zunächst auf eine großformatige Fotoarbeit von Peter Baumbach und von dort auf eine riesige, knallfarbenprächtige Hinterglasmalerei von Maja Ott gelenkt. Wie sie ist auch Hubert Maier aus Moosach, der sich heuer mit einem „Dampfer“ aus Granit an der Jahresausstellung beteiligt - wieder eine dieser ganz besonderen Skulpturen, bei denen der Bildhauer einen Teil des Steins unbehandelt lässt und so der Phantasie des Betrachters Raum lässt. Außergewöhnlich ist auch die gut zwei mal ein Meter große Zeichnung von Michael Herden. In so großem Format wirkt die skizzenhafte Landschaft direkt. Eine wirklich gelungene Komposition ganz unterschiedlicher Werke zeigt der Westraum. Hier haben es die Juroren, die ja neben der Auswahl auch für die Hängung zuständig sind, geschafft, große und kleine Formate miteinander in Beziehung zu bringen. Dabei kann trotzdem jedes einzelne seine Position behaupten. Zum Beispiel die winzigen, akribisch verfremdeten Blisterverpackungen von Susanne Weyand, „Blaue Stunde“, oder Stefan Duttenhofers schauerlicher Objektkasten „Marianne legt ihr Neugeborenes unbemerkt in die Kühltruhe“. Aber es gibt ja noch so viel mehr zu entdecken bei dieser Ausstellung...
Einen kleinen Eindruck davon vermittelt übrigens auch der Katalog, der zur Jahresausstellung des Kunstvereins erschienen ist.
Vernissage in der Alten Brennerei am Samstag, 2. März, um 18 Uhr. Ab 19.30 Uhr Vernissage Jurorenausstellung im Grundbuchamt. Beide Ausstellungen laufen bis Ostermontag, 1. April.
Weitere Berichte zu dem Thema sowie einen Kommentar finden Sie in der Printausgabe der Ebersberger Zeitung vom 1. März.
Sabine Heine
















