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    • 26.02.13
    • Ebersberg
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Seit' an Seit'

Ebersberg - Die Ebersberger SPD-Kandidatin Doris Rauscher ist auf Stimmenfang im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Was die Stadträtin dazu gebracht hat, steht hier.

Sie kämpfen Seite an Seite für den Sprung in den Landtag: Doris Rauscher und Mahmoud Al-Khatib. Foto: Stegmann

Sie kämpfen Seite an Seite für den Sprung in den Landtag: Doris Rauscher und Mahmoud Al-Khatib. Foto: Stegmann

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch die SPD im Landkreis ist realistisch genug, um zu erkennen, dass sie mit Stimmkreiskandidatin Doris Rauscher bei der Landtagswahl im Herbst wohl keinen Stich machen wird. Diese Vorhersage liegt in erster Linie gar nicht mal an der Kandidatin selbst, sondern eher an der Tatsache, dass in Bayern SPD-Direktkandidaten so gut wie nie ein Direktmandat gewonnen haben. Der Einzug in den Landtag kann also nur über die Liste gehen.

Um diesem ambitionierten Ziel ein Stück näher zu kommen, haben die Sozialdemokraten ein Zweitstimmenabkommen beschlossen. Das heißt: Doris Rauscher darf für sich im Landkreis Neuburg- Schrobenhausen Werbung machen, im Gegenzug unterstützt sie Mahmoud Al-Khatib, den SPD-Direktkandidaten in Neuburg-Schrobenhausen, im hiesigen Landkreis. Dadurch erhoffen sich beide zusätzliche Stimmen aus dem jeweils anderen Landkreis.

Die Wahl auf Doris Rauscher sei gefallen, weil sie „eine ausgewiesene Expertin im sozialen Bereich“ sei und es damit viele Überschneidungen mit Al-Khatibs Themen geben würde, so die SPD. Rauscher ist Pädagogische Leiterin von 28 Kitas des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Die rund 1500 Kinder kämen aus 30 Nationen - Migration, Sprachförderung und Interkulturalität seien deshalb Themen, mit denen sie täglich konfrontiert werde.

Aus diesem Grund hat Rauscher den Besuch gestern in Neuburg genutzt, sich die Sprachintensivklasse anzuschauen - ein bundesweit einmaliges Projekt, das seinerzeit noch von Al-Khatib als Sachgebietsleiter am Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen initiiert wurde. Hier lernen Migrantenkinder die deutsche Sprache, ehe sie in die Schule geschickt werden.

Der erste telefonische Kontakt zwischen Al-Khatib und Rauscher hat im Dezember stattgefunden, kurz darauf haben sich die beiden in München getroffen - und zwar passenderweise „im Landtag, wo wir auch hingehören“, sagte Al-Khatib schmunzelnd.

Für Rauscher und Al-Khatib bedeutet das Zweitstimmenabkommen, dass von beiden in Neuburg-Schrobenhausen und Ebersberg Plakate hängen werden. Außerdem wollen sie sich unterstützen, indem sie sich im jeweils anderen Landkreis über Projekte informieren und Veranstaltungen besuchen, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. In Neuburg-Schrobenhausen ist s ein Termin festgezurrt: Am 15. August wird der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude beim Volksfest in Schrobenhausen eine Lanze für seinen Migrationsberater Al-Khatib brechen. Die beiden SPD-Direktkandidaten wollen die Bühne für ihre Zwecke nutzen.

Claudia Stegmann

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