„Als Florian das Schwimmen gelernt hat, konnte man sofort sehen, dass er anders im Wasser liegt als die anderen“, erinnert sich Stefanie Kühn an die ersten Schwimm-Versuche ihres Sohnes Florian. Vier Jahre ist das her. Seitdem hat sich viel getan. Denn heute gehört der Neunjährige vom Schwimmverein Grafing-Ebersberg deutschlandweit im Wasser zu den besten seiner Altersklasse. Derzeit Achtschnellster über 100 Meter Freistil, die jeweils sechstschnellste Zeit über 200 Meter Freistil und 200 Meter Rücken und Rang sieben im nationalen Vergleich über 100 Meter Rücken.
2008 wollte Florian unbedingt das Seepferdchen machen. Da war er fünf Jahre alt, konnte aber „keine zwei Schwimmzüge machen“, erzählt seine Mutter. Zwei Tage lang übte Florian Kühn so fleißig und ehrgeizig, bis er es schließlich drauf hatte. Mittlerweile ist der Neunjährige so gut, dass er sich sogar eine Zukunft als Profi vorstellen kann. „Ich will irgendwann mal zu Olympia und Medaillen gewinnen“, formuliert er seine ehrgeizigen Ziele.
Und dafür investiert der Neunjährige sehr viel Zeit. Seit September geht Florian Kühn auf das Münchner Isar-Sport-Gymnasium. Hier wird das Talent gefördert, hier trainiert Florian neben der Schule unter professioneller Anleitung. „Das ist praktisch, weil die Schule und die Schwimmhalle nebeneinander sind“, weiß der Neunjährige, der Anfang Januar zehn wird.
Samstags ist er mit seinem Heimatverein, dem SV Grafing-Ebersberg, im Becken. „Rücken, Schmetterling und Kraul kann ich ganz gut, aber im Brustschwimmen muss ich mich noch ganz schön verbessern“, schätzt sich der Grafinger selbst ein. „Vor allem der Beinschlag.“ Bis vor kurzem hat Florian auch Basketball beim TSV Grafing gespielt. Bei all dem Training, Wettkämpfen und der Ganztagsschule geht das nun nicht mehr. Wenn aber sein Bruder Alexander (12), der für den FC Bayern-Nachwuchs spielt, im Einsatz ist, wirft auch Florian gerne ein paar Körbe.
Auch Tischtennis und Lesen gehören zu den Dingen, die der Neunjährige gerne tut, wenn er nicht gerade im Becken ist. „Am meisten Spaß macht mir aber das Schwimmen. Und ich kann nicht einmal sagen, warum. Ist einfach so“, sagt Florian.
Freilich wird auch der Wunschzettel des SVGE-Talents zu Weihnachten von Schwimm-Zubehör bestimmt. „Neue Schwimmbrille, Badehosen, Flossen . . .“, zählt der Grafinger auf. Die Chancen stehen gut, dass sich diese Wünsche auch erfüllen. Jetzt macht Florian aber erst einmal Pause. Sieben bis neun Tage „Schwimmfrei“ haben ihm die Trainer aufgegeben. „Mal sehen, ob wir das so lange durchhalten“, ist Mutter Stefanie vorsichtig. Und bevor es irgendwann zu Olympia geht, hat Florian Kühn noch eine kleine Zwischenetappe vor sich. Im Sommer will er das Goldene Schwimmabzeichen machen.
















