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    • 12.12.12
    • Glonn/Assling
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Fälle häufen sich

Im Brucker Moos: Hund beißt Reh Kopf ab

Bruck - Der Hund hat dem Reh den Kopf abgebissen. Der Kadaver liegt im Schnee. Jäger Franz Schweizer ist empört. Vor zwei Jahren hat ein wildernder Hund einer Rehgeiß zwei Kitze aus dem Leib gerissen. Im Brucker Moos, so sagt der Jäger, häufen sich solche Fälle.

© EZ

Der Kadaver des Rehs liegt im Schnee. Ein Hund hat ihm den Kopf abgebissen.

Fast 230 Hektar ist das Revier groß, das Schweizer und sein Kollege Josef Moosbauer betreuen. Zu groß, als dass man immer alles überwachen könnte. „Es sind nicht die Einheimischen“, sagt Schweizer. „Die würden wir ja alle kennen.“ Es seien immer mehr Münchner, die mit ihren Hunden zum Spazierengehen ins Brucker Moos kämen. „Das sieht man an den Autonummern.“ Die Städter wollen aufs Land zum Spazierengehen. Im Brucker Moos lädt ein Landschaftsschutzgebiet zu kleinen Wanderungen ein.

Wenn man jemanden anspreche, der seinen Hund nicht an der Leine habe, gebe es sofort Ärger: „Da fährt man extra aufs Land, und dann darf man nicht mal seine Hunde laufen lassen“, hat Schweizer eine Frau entgegengehalten, die im Sommer seelenruhig auf einer Decke saß, während ihre zwei Hunde in einem Maisfeld eine Rehgeiß samt Kitz hetzten.

Walter Fischer, der Ebenfalls am Brucker Moos auf die Jagd geht, kennt die Problematik. „Ich hatte regelmäßig fünf solche Hunde im Revier“, schildert er. „Vor zwei Jahren wurden drei Stück Wild von ihnen gerissen. Zwei Geißen und ein Kitz.“

Fischer beschloss, zur Selbsthilfe zu greifen, aber nicht mit dem Gewehr. Er legte ein gerissenes Reh in den Kofferraum seines Autos und klapperte in der Umgebung alle Hundebesitzer ab, von denen er wusste, dass ihnen die Tiere ab und zu ausbüchsen. Er zeigte den Besitzern den zerfetzten Kadaver. „Danach war eigentlich lange Zeit Ruhe.“ Wie Moosbauer und Schweizer aber schildern, tritt das Problem in letzter Zeit wieder verstärkt auf.

Schweizer berichtet, den Spaziergängern mit Hunden im Brucker Moos sei durchaus bewusst, dass sie ihre Tiere anhängen sollten. „Wenn ich mit meinem Jeep vorbeifahre, hängen sie ihre Tiere noch schnell an.“ Wenn der Jäger aber später dann mit dem Fernglas noch mal nachsehe, „dann laufen die Tiere schon wieder frei rum.“ Moosbauer sagt: „Der Naturschutz hat einen Leinenzwang gefordert. Da haben sich alle so aufgeregt.“ Viele Jäger glauben aber, dass Vorfälle wie im Brucker Moos belegen, wie wichtig ein Leinenzwang sei.

Schweizer kritisiert, dass sich viele Autofahrer nicht an die Sperrungen halten und einfach in das Naturschutzgebiet einfahren würden. Wir könnten fast jeden Tag ein paar anzeigen“, meint der Jäger. „Das mache ich aber nicht.“ Andererseits gibt es auch Fälle, in denen er Verständnis habe für das Verhalten der Leute. Da sei zum Beispiel ein gehbehinderter Mann mit einem Labrador. Der lasse seinen Hund langsam neben dem Auto herlaufen, weil er nicht gut zu Fuß ist. „Was soll man denn da machen“, sagt Schweizer.

Michael Seeholzer

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