Paul Breitner hat Ärger mit Thujen-Hecke

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    • 27.03.13
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Ärger für die Bayern-Legende

Breitners Hecke: Die große User-Diskussion

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Oberpframmern - Fußball-Weltmeister Paul Breitner (61) soll seine Thujenhecke entfernen. Das findet der Bürgermeister seines Wohnorts Oberpframmern. Auch die Merkur-User diskutieren über den Fall. Lesen Sie hier die große Debatte:

© Stefan Rossmann / dpa

Die umstrittene Thujen-Hecke am Anwesen von Bayern-Legende Paul Breitner.

Der neue Landrat des Landkreises Ebersberg muss sich wohl gleich nach Amtsantritt mit einem „g’schmackigen“ Fall befassen. Es geht um eine Thujenhecke, CSU-Seilschaften und Bayern-Legende Paul Breitner.

Im beschaulichen Oberpframmern lebt’s sich gut. Eine gewachsene Dorfstruktur, nette Menschen, viel Grün und dazu noch München-Nähe. Was will man mehr? Paul Breitner (61), Fußballweltmeister von 1974, hat sich diesen Flecken Erde für seinen Wohnsitz ausgesucht.

Vor rund zwei Jahren stand die Bayern-Legende vor der Tür von Bürgermeister Theo Rottmayer (Freie Wählergemeinschaft) und erkundigte sich nach einem Baugrundstück. Der Rathauschef (69) konnte nicht helfen - jedenfalls nicht direkt. Er vermittelte dem prominenten Neubürger in spe einen Ansprechpartner. Breitner fand ein geeignetes Grundstück und bebaute es. Alles schien bestens, bis Breitner eine Thujenhecke um sein Grundstück pflanzte.

„Bei uns gibt’s keinen Promi-Bonus"

Eine solche ist laut Bebauungsplan in dem Wohngebiet, das laut Breitner nur zwei Häuser umfasst, nicht zulässig. Und weil Rottmayer in sich einen Mann der Gerechtigkeit sieht („mein Gerechtigskeitssinn ist sehr ausgeprägt“), machte er sich schnurstracks auf den Weg zu Breitner, um diesem persönlich mitzuteilen, dass die Hecke weg müsse. „Da ist der Herr Breitner gleich pampig geworden.“ Bei einem zweiten Besuch Rottmayers einige Zeit später sei der Ex-Profi dann freundlich gewesen, er habe dem Bürgermeister ein Weißbier angeboten und ihm bedeutet, dass er sich ohne dichte Thujenhecke in seiner Privatspäre gestört fühle. Rottmayer ließ dennoch nicht locker: „Bei uns gibt’s keinen Promi-Bonus, habe ich ihm gesagt und mit einer Beseitigungsanordnung gedroht“, erinnert sich der Rathauschef. Diese wurde Breitner zugestellt.

Seit dieser Begegnung ist viel passiert, die Hecke mit dem fremdländischen Nadelgehölz steht allerdings immer noch und wird nach Angaben von Breitner auch stehen bleiben. „Wenn der Herr Rottmayer sich an mir profilieren will, wird er sich an mir die Zähne ausbeißen“, sagt er unserer Zeitung. Er wolle in Oberpframmern nur in Ruhe leben, er wolle keine Sonderrechte, lediglich Verständnis, dass er ein „gewisses Schutzbedürfnis“ habe. Dann verweist Breitner auf zahlreiche andere Thujen-Hecken im Ort, erzählt vom „Tourismus“ an seinem Grundstück. Er habe wegen der Thujen-Hecke einen Antrag auf Befreiung vom Bebauungsplan gestellt. Doch dieser sei im Gemeinderat abgelehnt worden. Auf Rottmayer ist der Weltmeister seitdem nicht mehr gut zu sprechen. „Sonnenkönig“ nennt er ihn, einen, mit dem er nichts zu tun haben wolle.

Das sagt Edmund Stoiber

Im Hintergrund schalteten sich auch Landespolitiker in den Thujenstreit ein. Bayerns früherer Ministerpräsident und heutiger EU-Entbürokratisierer Edmund Stoiber (CSU) entdeckte seinen grünen Daumen und bat seine frühere Sozialministerin Christa Stewens (CSU), die im Landkreis Ebersberg zuhause ist, doch tätig zu werden. Stoiber, Vorsitzender des Verwaltungsbeirats des FC Bayern, wollte seinem Kollegen vom FC Bayern im Zwist mit der Kommune zur Seite stehen. Das bestätigte Stewens gegenüber unserer Zeitung. Sie habe Rottmayer angerufen und selbst für einen besseren Sichtschutz für den prominenten Oberpframmerner geworben. „Ich kann Breitner verstehen“, sagt die Landtagsabgeorndete.

Jetzt darf die Hecke bleiben

Auf Bitten von Rottmayer fand eine „Große Runde“ im Landratsamt statt, an der etliche Experten teilnahmen. Ergebnis: Die Kreisbehörde duldet die Hecke. Sie sieht „im Hinblick auf die Vielzahl vorhandener gleichartiger Hecken in der näheren Umgebung“ kein öffentliches Interesse an einem bauaufsichtlichen Einschreiten. Das Amt gesteht der Gemeinde aber das Recht zu, „einen Grundstückseigentümer durch Bescheid (zu) verpflichten, sein Grundstück nach den von der Gemeinde selbst erlassenen grünordnerischen Festsetzungen des Bebauungsplanes zu bepflanzen“.

Rottmayer ist sauer. Er fühlt sich vom Landratsamt „im Regen stehen gelassen“. Da habe er sich mehr Unterstützung erhofft, sagt der Bürgermeister. Er werde jedenfalls nicht nachgeben. „Wie gesagt: „Promi-Boni gibt’s bei uns nicht.“

Michael Acker

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