• aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2xva2FsZXMvZWJlcnNiZXJnL2dyYWZpbmcvaGVpbGVycy12ZXJib3RzaXJydHVtLTI3MjEzOTkuaHRtbA==2721399Heilers "Verbotsirrtum"0true
    • 28.01.13
    • Grafing
    • 39
    • Drucken

Heilers "Verbotsirrtum"

Grafing - Das Landratsamt Ebersberg zieht einen Schlussstrich unter die Dienstwagen-Affäre des Grafinger Bürgermeisters Rudolf Heiler (FW). Die Untersuchung hat „ein „Fehlverhalten“ des Rathauschefs ergeben. Allerdings habe Heiler nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt.

Er sagte zweimal nachweislich die Unwahrheit: Bürgermeister Rudolf Heiler, hier bei der Leonhardifahrt. sro

Er sagte zweimal nachweislich die Unwahrheit: Bürgermeister Rudolf Heiler, hier bei der Leonhardifahrt. sro

Auf die Beurteilung der Rechtsaufsichtsbehörde ist mit Spannung gewartet worden. Der Grafinger Stadtrat hatte in einer Sondersitzung Anfang November 2012 beschlossen, den unkorrekten Umgang des Bürgermeisters mit seinem Dienstwagen extern prüfen zu lassen. Im Ergebnis heißt es jetzt, „dass sich durch eine bessere Kommunikation des Ersten Bürgermeisters mit der Stadtverwaltung viele Irritationen, Ärgernisse und Mehrarbeit hätten vermeiden lassen“. Ein finanzieller Schaden, so die Behörde, „dürfte der Stadt Grafing allerdings nicht entstanden sein“.

Zehn Jahre lang hatte Heiler seinen Dienstwagen, einen 5er BMW, nicht korrekt versteuert. Die Steuerschuld war von der Stadtverwaltung vorgestreckt worden. Erst nach Bekanntwerden der Vorgänge, bezahlte Heiler rund 12 000 nach. Zunächst hatte der Rathauschef behauptet, bis 2009 nichts von der Versteuerung eines „geldwerten Vorteils“ aus der Dienstwagen-Nutzung gewusst zu haben. Später wurde bekannt, dass er bereits 1998 schriftlich in einer Aktennotiz über sein unkorrektes Verhalten in Kenntnis gesetzt worden war. Dennoch wurde die Praxis zehn Jahre lang nicht beendet. Ein weiteres Mal sagte der Bürgermeister die Unwahrheit, als er behauptete, ein Mitarbeiter habe „von sich aus“ die Heiler'sche Steuerschuld aus Steuergeld vorauslagt. Später wurde bekannt, dass er die Auszahlungsanordnung mitgezeichnet hatte.

Die Prüfungsbehörde im Landratsamt kommt dennoch zu dem Ergebnis, „dass weder einem Bediensteten der Stadtverwaltung noch dem Ersten Bürgermeister in diesem Zusammenhang eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlung vorgeworfen werden kann“. Der Bürgermeister habe einem „Verbotsirrtum unterlegen“. Ein Begriff, den Paul Hofmann von der Rechtsaufssicht folgendermaßen erklärt: „Der Bürgermeister hat nicht zwingend erkennen müssen, dass sein Verhalten steuerrechtlich rechtswidrig ist.“ Unter dem Aspekt des Bayerischen Disziplinargesetzes sei der Vorgang „in Ordnung“, so der Beamte des Landratsamt weiter. Entlastend für Heiler sei zudem bewertet worden, dass der FW-Politiker im Jahr 2008 - also zehn Jahre nach dem ersten Hinweis - seine Verwaltung von sich aus auf einen „möglichen Handlungsbedarf“ hingewiesen habe. Hofmann: „Das ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass er jahrelang davon ausging: das ist schon richtig.“ Und weiter: „Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis der jetzigen Prüfung im Grafinger Stadtrat nochmal vorgetragen und auch weiter hinterfragt wird.“ (ac/mps)

Einen Kommentar zu diesem Thema finden Sie in der Printausgabe vom 29. Januar.

zurück zur Übersicht: Grafing

Kommentare

Wetter für Ebersberg

Bilder aus der Region

Pliening/Neufinsing: Münchner kracht mit Pkw gegen Baum

weitere Fotostrecken:

Besonders beliebte Artikel

  • kommentiert
  • gelesen
  • Themen
Der Dienst-Audi von Landrat Robert Niedergesäß, den er von seinem Vorgänger Gottlieb Fauth übernommen hat. Foto: jro

Das verdient der neue Landrat von Ebersberg

Ebersberg - Gleich in der ersten Kreistagssitzung, die der neue Landrat Robert Niedergesäß (CSU) nach seiner Vereidigung leitete, ging es ums liebe Geld. Und zwar um sein eigenes.Mehr...

Sie geben in der Landkreis-CSU den Ton an (v.l.): Tobias Scheller, Angelika Niebler, Andreas Lenz, Barbara Burgmayr-Weigt und Thomas Huber. Foto: jro

Mit Niebler zu "50 plus x"

Ebersberg - Angelika Niebler steht für weitere zwei Jahre an der Spitze des CSU-Kreisverbands. Sie wurde am Wochenende in Ebersberg eindrucksvoll in ihrem Amt bestätigt. Ihr zur Seite stehen die vier Stellvertreter Thomas Huber, Tobias Scheller, Barbara Burgmayr-Weigt und Andreas Lenz.Mehr...

A94: Schwerer Unfall an der Ausfahrt

Hohenlinden - Bei einem vermutlich selbst verschuldeten Unfall auf der A 94 (in Fahrtrichtung Passau) ist am Donnerstag ein 85-jähriger Münchner ums Leben gekommen.Mehr...

Das Hauptgebäude der Raiffeisenbank Zorneding. Foto: Stefan Rossmann

Banken-Fusion gescheitert

Zorneding - Es hat wieder nicht geklappt: Die Fusion der Raiffeisenbank Zorneding mit der VR Bank München-Land ist in der Nacht auf Freitag gescheitert.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.