Es ist Mittwoch, 19. Dezember, so etwa 10.15 Uhr. Elisabeth Fischer (89) hält sich gerade in ihrem Badezimmer im Erdgeschoss auf, als sie ein komisches Geräusch hört. „Es hat so laut gerauscht. Ich dachte: Was ist denn das jetzt?“, schildert die 89-Jährige. Als Fischer in den Eingangsbereich des Bauernhauses geht, schaut sie direkt durch die Windschutzscheibe eines weißen Skoda. Hinter dem Lenkrad sitzt eine geschockte junge Frau. Statt auf die Kreisstraße 9 blickt die 21-Jährige nun in Elisabeth Fischers Haus.
Nach Polizeiangaben kam die junge Frau mit Prellungen und einer Halswirbelverletzung davon.
Fest steht: Die Straße war nass, die Sonne spiegelte sich auf dem Asphalt und blendete dadurch stark. Die Fahrerin könnte mit ihrem Skoda des Malteser-Hilfdienstes ins Bankett gekommen sein und dann die Kontrolle verloren haben. Darauf deuten Spuren neben der Fahrbahn rund 100 Meter von der Unfallstelle entfernt hin. Das Auto, so lassen es die Reifenspuren erkennen, kam dann nach rechts von der Straße ab, rauschte schnurgerade durch den etwa zehn Meter breiten Grünstreifen, machte auf dem gefrorenen Boden plötzlich einen scharfen Bogen nach rechts und rammte sich durch Windfang und Einganstür von Elisabeth Fischer.
Gleich nachdem die Unfallfahrerin versorgt war, wurde ein Maurer nach Haging bestellt. Denn neben dem notdürftig in das Loch geklemmten Türrahmen klafft nun ein etwa 50 Zentimeter breiter Spalt in der Ziegelwand. „Ich glaube, ich habe gute Nerven“, sagt Fischer und lacht, als die Freiwillige Feuerwehr Frauenneuharting mit einem Traktor den Skoda aus der Wand zieht. Sie blickt auf den Trümmerhaufen, der zurück bleibt. „Blech und Ziegel kann man ersetzen. Ein Menschenleben nicht.“
Johannes Markmann


Bereits am 14. November 2000 hat es das Haus schon erwischt. Damals krachte ein Müll-Lastwagen mit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Hausecke und riss ein riesiges Loch in die Schlafzimmerwand im ersten Stock.
























