CSU-Lounge: Eine Dosis "Wir haben uns alle lieb"

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    • 30.01.13
    • Markt Schwaben
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CSU-Lounge: Eine Dosis "Wir haben uns alle lieb"

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Markt Schwaben - Schummriges Licht, ein paar Stehtische, Popmusik aus der Konserve und ein Büfett mit kleinen Häppchen („Fingerfood“): Fertig ist die „1. After-Work-Party“ der Kreis-CSU. Die gibt sich an diesem Montagabend im Markt Schwabener Wirtshaus Oberbräu betont lässig, jung und - großstädtisch.

Hinein ins schummrige Licht: Ob Europaabgeordnete Angelika Niebler (vorne) da schon dem Finanzminister Söder (re.) die „Wir-haben-uns-alle-lieb“Spritze verabreicht hat? rm

Hinein ins schummrige Licht: Ob Europaabgeordnete Angelika Niebler (vorne) da schon dem Finanzminister Söder (re.) die „Wir-haben-uns-alle-lieb“Spritze verabreicht hat? rm

Am Eingang bekommt jeder Besucher ein Bandl ums Handgelenk geklebt, wie es in hippen Wirtshäusern, Diskotheken oder bei Wiesnzelten der Brauch ist. In ist, wer drin ist. Nicht nur das: „Damit können Sie kostenlos trinken und sich am Büfett bedienen“, begrüßt Türsteherin Susanne Linhart (CSU-Kreisrätin) mit einem Lächeln die Gäste.

Den Arbeitsstress vergessen - dafür sind „After Work-Partys“ erfunden worden. Tanzen, quatschen, ja mei, vielleicht geht sogar ein kleiner Flirt mit dem schicken Kollegen vom Nachbarbüro oder der unbekannten Dame, die da drüben an der Bar steht?

Der Flirtfaktor im Oberbräu ist niedrig. Liegt wohl daran, dass vom Jungen Unionler bis zur Senioren Union alle Altersschichten der Kreis-CSU vertreten sind - und die Generationen an den Tischen lieber unter sich bleiben. Diejenigen, die nicht Parteimitglied oder wenigstens Parteifreund sind, sondern aus reiner Neugier ins Oberbräu reinschauen, kann man an einer Hand abzählen. Das Wirtshauspersonal schon abgezogen.

Nach etwa einer Stunde des Aufwärmens (mittlerweile hat die Temperatur im Wirtshaus fast Dschungelcamp-Ausmaße erreicht) blickt so mancher Gast verwundert drein. Horch, ist das nicht der bayerische Defiliermarsch, der da aus den Lautsprecherboxen klingt? Fürwahr, er ist es! Was wäre eine CSU-After-Work-Party ohne Defiliermarsch? Er kündet davon, dass soeben der Stargast den Raum betreten hat: Bayerns Finanzminister Markus Söder. „Als ich für die Vorbereitung unserer heutigen Veranstaltung die Chefs der Frauen Union und der Jungen Union gefragt habe, wer denn als Stargast kommen soll, haben beide geantwortet: Markus Söder!“, plaudert die Europaabgeordnete Angelika Niebler aus Vaterstetten später aus dem Nähkästchen.

Keine Frage: Söder ist sexy! Auf Flirtversuche lässt er sich aber nicht lange ein: Als Bezirksrat Thomas Huber sich neben den Finanzminister stellt und in eine Fotokamera grinst, dauert das nur ein paar Sekunden. Dann entdeckt Söder Angela Merkels stellvertretende Regierungssprecherin, Sabine Heimbach aus Anzing, und bandelt lieber mit ihr an.

Psst, Ruhe bitte! Angelika Niebler gibt übers Mikrofon den Startschuss zur Wir-haben-uns-alle-lieb“-Runde. „Es ist uns eine große Ehre, dass Du da bist. Willkommen bei uns, lieber Markus!“ Applaus. „Du bist hochgeschätzt und hochbeliebt, wir sind stolz, dass wir Dich haben! Willkommen, liebe Christa Stewens!“ Applaus für die Landtagsabgeordnete und Ex-Sozialministerin aus Angelbrechting. „Thomas Huber ist einer unserer Hoffnungsträger, willkommen!“ Applaus. Bussi gibt’s keines.

Dann folgt der Satz, der laut Einladung eigentlich nicht hätte fallen dürfen. „Keine politischen Reden“ hatte die Kreis-CSU im Vorfeld der Party versprochen. Und was sagt Niebler jetzt? „Natürlich kommt unser Minister nicht ganz ungeschoren davon: Etwas politisch Stellung beziehen musst Du schon, lieber Markus!“

Hahaha.

Doch siehe da: Es scheint, als habe Niebler dem großen Mann, der grinsend neben ihr steht, schnell eine „Wir-haben-uns-alle-lieb“-Spritze verpasst. Bevor Söder etwa 20 Minuten lang oft gehörte Sätze und Drohungen bezüglich Eurokrise und Länderfinanzausgleich spricht, raspelt er fleißig Süßholz: „Ich bin der Einladung gerne gefolgt, besonders, weil ich ,Danke’ sagen will. An Angelika Niebler, weil sie eine der kompetentesten Frauen in der Europa-Politik ist, die ich kenne, und weil sie großartige Arbeit leistet. Der zweite Grund für mein Kommen ist die Christa (Stewens, die Red.). Ich habe sehr viel von Dir gelernt, Du bist hochbeliebt bei allen bayerischen Stämmen.“

Und dann zieht Söder mit seiner Charme-Keule auch noch dem Huber Thomas eins über den Kopf: „Du bist ein guter Typ! Die Landtagskandidatur ist für Dich der richtige nächste Schritt.“ Jetzt doch noch Bussis?

Fehlanzeige.

Stattdessen macht Niebler den Finanzminister auf die wohl wichtigste und von den meisten der etwa 80 Gäste seit knapp zwei Stunden erwartete Aufgabe aufmerksam: „Markus, Du musst noch das Büfett eröffnen!“ Während alle zum Fingerfood eilen, bleibt einer an seinem kleinen Tisch am Rande des Lokals sitzen, wo er die vergangenen zwei Stunden ausgeharrt und zugehört hat: Noch-Landrat Gottlieb Fauth. Hätte Angelika Niebler ihn vorher nicht kurz und knapp begrüßt, wäre er wohl niemandem aufgefallen. Bei seinen Liebeserklärungen erwähnte Finanzminister Söder Fauth mit keiner einzigen Silbe. Wahrscheinlich hatte die Dosis der Niebler’schen Injektion dafür nicht mehr ausgereicht.

Von Armin Rösl

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Kommentare

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12304.02.2013, 12:58
(0)(0)

Und am Beispiel Fauth kann man mal wieder sehen, wie schnell man fallengelassen wird, wenn man den Damen und Herren Politgranden nicht mehr nützlich ist. Gilt aber für alle Parteien. Der Rest ist dann nur noch Bussi-Bussi Selbstbeweihräucherung bei der dem Normalsterblichen der Brechreiz kommt. Aber auch da sind die anderen Parteien nicht besser...

Gast01.02.2013, 08:59Antwort
(3)(0)

Bitte auf WAS soll man hier neidisch sein?

Deichdndeibel31.01.2013, 11:55Antwort
(3)(0)

Ich sag nur HIRNSCHOAß!!!

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