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Dieses Skelett samt Grabbeigaben wurde in Landsham gefunden.

4200 Jahre alte Skelette entdeckt

Landsham - Bei den Erdarbeiten für den Logistikpark München Ost in Lands-ham haben die Archäologen Seltenes und Wertvolles zu Tage gebracht: vier Hockergräber aus der Glockenbecherkultur von 2200 vor Christus. In Poing stießen die Forscher ebenfalls auf ein Grab aus jener Zeit.

Funde aus der Glockenbecherkultur gehören laut Archäologin Petra Haller zu den ältesten Relikten, die in der Münchner Schotterebene zu Tage gebracht wurden. Im Neubaugebiet Am Bergfeld in Poing haben die Archäologen im Jahr 2004 das erste Glockenbecher-Grab samt Skelett und Beigaben entdeckt, bei den Erdarbeiten zum Wohnquartier W4. Der Glockenbechermann ist seit wenigen Monaten im Heimatmuseum Markt Schwaben ausgestellt (wir berichteten). Nun hat das Team um Petra Haller erneut Relikte aus der Zeit zwischen 2600 und 2200 vor Christus entdeckt. Ein Hockergrab im Gebiet des künftigen Wohnquartiers W8 in Poing-Nord und eine gut erhaltene Begräbnisstätte mit vier Gräbern zwischen Landsham und Grub. „Solche Funde sind in der Münchner Schotterebene eher selten“, sagt Haller.

Die Skelette samt Grabbeigaben wie Gefäße und Pfeilspitzen sind mittlerweile dem Landesamt für Denkmalpflege für weitere wissenschaftliche Untersuchungen übergeben worden. Die Funde weisen darauf hin, dass im Gebiet des heutigen Landsham und Poing bereits vor 4200 Jahren Menschen gelebt haben, erläutert die Archäologin. „Es ist schon erstaunlich, dass wir in diesem Siedlungsraum mittlerweile zum dritten Mal solche Gräber gefunden haben.“ Die Funde in Lands-ham seien quasi in Blickweite zu jenen im Neubaugebiet von Poing-Nord.

Die Relikte aus der Glockenbecherkultur sind nicht die einzigen, die in den vergangenen Wochen aus Landsham und Poing ans Landesamt für Denkmalpflege angeliefert worden sind. Wie Petra Haller berichtet, habe man bei den Erdarbeiten zum Bau des Logistikparks München Ost in Landsham auch Reste und Spuren von keltischen Häusern aus der Zeit um 150 vor Christus entdeckt. Beleg hierfür sei unter anderem ein blauer Glasarmring, den die Archäologen gefunden haben.

In Landsham sind die Ausgrabungsarbeiten abgeschlossen. Dort hat das Unternehmen Alpha Industrial mittlerweile die erste von zwei Hallen des Logistikverteilzentrums München Ost fertiggestellt und an die benachbarte Landshamer Firma ratioform Verpackungen übergeben. Die will laut Pressemitteilung von Alpha Industrial dort ihren Paketversand für Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz zentralisieren und im März 2012 den Betrieb in der neuen Halle (18 500 Quadratmeter Logistikfläche) aufnehmen. Im nächsten Schritt wird Alpha Industrial die zweite Halle mit 13 500 Quadratmetern Fläche errichten. Das Areal des Logistikparks München Ost in Landsham ist insgesamt 44 000 Quadratmeter groß, was in etwa 50 Fußballfeldern entspricht.

Das Unternehmen investiert in Landsham eigenen Angaben zufolge rund 26,5 Millionen Euro.

Von Armin Rösl

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