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    • 22.02.13
    • Dorfen
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Vorfall bei Südostbayernbahn

Kontrolleur spielt den Rambo

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Dorfen - Dirk Melchert ist als Kampfsportausbilder Härte gewohnt. Ein Vorfall in einem Zug der Südostbayernbahn macht selbst ihn wütend. Sein Vorwurf: Bei der Fahrkartenkontrolle ist er von einem Zugbegleiter in Rambo-Manier behandelt worden.

Unschöne Erlebnisse mit einem Zugbegleiter der Südostbayernbahn: Dirk Melchert ist darüber empört. Foto: Renner

© Renner

Unschöne Erlebnisse mit einem Zugbegleiter der Südostbayernbahn: Dirk Melchert ist darüber empört.

Verspätungen, Zugausfälle, Auslassen von Haltestellen - die Südostbayernbahn blamiert sich seit vielen Monaten mit Peinlichkeiten und kämpft mit einem schlechten Image. Jetzt kommt offenbar ein neues Problem hinzu: Unfreundlichkeit des Personals.

Davon berichtet jedenfalls der Geschäftsmann Dirk Melchert. Er betreibt in Dorfen, Erding und Landshut Lehr- und Ausbildungsstätten für die Kampfsportart Win-Teakwondo. Am Dienstag reiste er mit der Bahn nach München. Auf der Rückfahrt hatte er ein Erlebnis der besonderen Art.

Melchert hatte am Dienstagmorgen im Internet ein Online-Ticket für die Hin- und Rückfahrt gelöst und dies ausgedruckt. Die Fahrt nach München verlief problemlos. Der Fahrkartenkontrolleur entwertete das Hinfahrt-Ticket. Auf der Rückfahrt nach Dorfen wurde Melchert wieder von einem Zugbegleiter kontrolliert - was da passierte, ist für den Geschäftsmann „schlichtweg ehrverletzend und beleidigend“.

Bei der Kontrolle zeigte Melchert zunächst versehentlich das bereits entwertete Hinfahrt-Ticket vor. Der Zugbegleiter reagierte „höchst unfreundlich“, berichtet Melchert. Als er dann auch noch das ausgedruckte Rückfahrt-Ticket in seiner Tasche nicht finden konnte, sei der Zugbegleiter „total unwirsch“ geworden. Melchert versuchte jetzt über sein Mobiltelefon Zugang zu seinem E-Mailaccount zu bekommen, um dem Zugbegleiter anhand der Bestätigungs-Mail der Bundesbahn mit dem angehängten Online-Ticket zu beweisen, dass er einen gültigen Fahrausweise erworben hatte. Doch dies gelang zunächst nicht. Auf der Strecke München-Dorfen ist in vielen Bereichen der Funkempfang sehr schlecht.

Der Zugbegleiter sah in diesem Moment in Melchert wohl einen Schwarzfahrer und forderte den Reisenden lautstark auf, sofort seinen Personalausweis vorzuzeigen. Melchert, dem die Geschichte höchstpeinlich war, da inzwischen auch die Mitreisenden im Zugabteil den Vorfall mitbekommen hatten, weigerte sich, den Personalausweis vorzuzeigen. Zufällig saß neben dem Dorfener Geschäftsmann ein Polizeibeamter, den der Zugbegleiter offenbar kannte. Der Mitarbeiter der Südostbayernbahn forderte den Polizeibeamten dazu auf, Melchert zum Vorzeigen des Ausweises zu bewegen. „Um das Ganze nicht weiter eskalieren zu lassen, gab ich dem Polizeibeamten den Ausweis“, berichtet der Geschäftsmann. Der Zugbegleiter habe dann seine Personalien aufgenommen.

Währenddessen gelang es Melchert dann doch, mit seinem Smartphone eine Verbindung ins Internet zu bekommen und seine E-Mails aufzurufen. Jetzt konnte er beweisen, dass er eine gültige Fahrkarte gekauft hatte. Doch der Zugbegleiter reagierte wieder unglaublich. „Er belehrte mich, was ich alles falsch gemacht habe und wiegelte die hinter mir sitzenden Fahrgäste gegen mich auf.“ Melchert forderte den Zugbegleiter daraufhin auf, sich zu entschuldigen. Doch der verweigerte das.

Während der gesamten Aktion hat Melchert den Zugbegleiter immer wieder darauf angesprochen, „dass man in dieser Form nicht auftritt“. Die Reaktion des Kontrolleurs ist für Melchert unfassbar. „Er sagte mir, ich solle aufpassen was ich sage, er sei Schaffner und er könne die Dinge regeln wie sie ihm belieben.“

Der Kampfsportlehrer hat sich an die Beschwerdestelle der Bahn gewandt. In dem Brief schildert Melchert auch, wie der Zugbegleiter allgemein aufgetreten sei. „Er betrat das Abteil, grüßte nicht und rief lautstark ,Fahrkarten‘. Kein Bitte, kein freundliches Auftreten. Der junge Mann lief wie Rambo durch das Zugabteil und benahm sich auch so. Es fehlte nur noch der Revolver.“

Die Südostbayernbahn will derzeit keine Stellungnahme zu den Vorwürfen Melcherts abgeben. „Wir prüfen den Vorfall und antworten dann dem Kunden direkt“, so ein Bahn-Sprecher.

Übrigens: 2011 hat die Südostbayernbahn den Fahrgastpreis von Pro Bahn verliehen bekommen. Begründung: „Man merkt, dass Eisenbahn bei der Südostbayernbahn eine Herzenssache ist.“ Melchert kann darüber nur lachen.

Anton Renner

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Kommentare

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HeKi23.02.2013, 21:26
(22)(0)

Wahnsinn!
Da sitzt ein Herr, vom Kampfsport gezeichnet, im Zug. Er weis nicht das er ein Ticket bei sich führen muss, das wissen Kampfsportlehrer nicht. Und wenn der Schaffner nach dem Ticket fragt, bricht er in Tränen aus, und meldet sein Drama dem Merkur! Die vom Merkur drucken jeden Schmarrn, und schon gehts dem Kampfsportler wieder gut....... Verückte Welt.

Tucker23.02.2013, 19:11
(23)(0)

Ich denke der Herr leidet an massiver Geltungssucht. Das habe ich mir im Sommer schon immer gedacht wenn er am Marienplatz in Dorfen das Training mit seinen Schülern abegahalten hat.

Stinger22.02.2013, 19:01
(25)(0)

Heute sind anscheinend schon die "Kampfsportler" verweichlicht.
Früher hat man sich geschämt wenn man nicht in der Lage war seine Fahrkarte zu finden, heute meldet man's der Zeitung.

Armes Bayern!

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