Erding - Wenn heute die Spitzen aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik in Loh bei Dorfen zusammensitzen, um dem Ausbau der Bahnstrecke München - Mühldorf endlich auf die Sprünge zu helfen, dann wird man dieses Treffen auch in Erding mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.
Die Bürgerinitiative, die sich gegen die Südvariante von S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange ausspricht, sieht in dem Schienengipfel nämlich auch eine Chance, den beiden für die Kreisstadt wichtigen Infrastrukturprojekten nach jahrzehntelanger Planung und Debatte zum Durchbruch zu verhelfen.
Vor dem Schienengipfel haben Peter Badmann und Evi Brielmair als Sprecher der Interessengemeinschaft ein Positionspapier verfasst, um Unklarheiten zu beseitigen, was Situierung und Bedeutung des neuen Kreuzungsbahnhofs auf dem Gelände des Fliegerhorsts betrifft. In diesem Zusammenhang beantworten sie zwei oft gehörte und viel diskutierte Fragen: Liegt der Bahnhof zu weit von der Innenstadt entfernt? Und: Widerspricht ein weiter vom Stadtkern gelegener Haltepunkt nicht dem Wunsch, die Altstadt zu beleben?
Aufgrund der zentralen Lage ist der neue Bahnhof nach Meinung der Interessengemeinschaft für Pendler aus anderen Gemeinden sogar besser zu erreichen als der heutige Endhaltepunkt.
Auch Befürchtungen, die Lage des Bahnhofs sei der Belebung der Altstadt abträglich, will sich die Interessengemeinschaft nicht anschließen. Schließlich könnten einige Stellflächen vom dann aufzulösenden Bahnhof in Erding für Besucher des Stadtkerns reserviert werden. Hier könnten für Kunden attraktive Kurzparkzonen eingerichtet werden.
Brielmair und Badmann wissen, dass die Zeichen zunächst eher so stehen, dass anfangs nur der Ringschluss, noch nicht aber auch die Regionalbahnanbindung realisiert wird. Dennoch sei es wichtig, beide Projekte im Auge zu behalten und ein „stimmiges Gesamtpaket“ zu schnüren.
Hans Moritz
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