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Kommandoübergabe vor Kampfjet: Generalmajor Günter May (M.) verabschiedete Oberst Michael Rethmann (r.), der als Stellvertreter in Erding bleibt. Neuer Standortältester ist Oberst Thomas Hambach. Er freut sich auf seine Aufgaben und will explizit den direkten Draht in die Gemeinden halten.

Fliegerhorst Erding:

Neuer Kommandeur für die letzte Etappe

Erding – Der Fliegerhorst Erding hat einen neuen Kommandeur, der zugleich der letzte sein könnte. Oberst Michael Rethmann (55) übergab das Kommando an Oberst Thomas Hambach (51). Er soll die Bundeswehrrefom in der Herzogstadt bis zum Umzug nach Manching managen.

Der Fliegerhorst Erding, der das Waffensystemunterstützungszentrum 1 beheimatet, soll nach den Plänen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Zuge der Bundewehrreform mit Ausnahme des Wehrwissenschaftlichen Instituts Wiweb geschlossen werden. Die Kampfjet-Wartung zieht nach Manching um. Doch wann im Erdinger Norden die Lichter ausgehen, weiß niemand.

2019 wird als Datum der Schließung gehandelt. Danach soll das Areal zivil genutzt werden – unter anderem für Ringschluss und Walpertskirchener Spange sowie zur Schaffung von Wohn- und Gewerbegebieten.

Im Zuge der Umsetzung der Reform, vor allem der Neuaufstellung des Waffensystemunterstützungszentrums 1 als Nachfolger des Luftwaffeninstandhaltungsregiments 1, wurde gestern noch einmal ein Kommandeurswechsel vollzogen. Michael Rethmann, vier Jahre Standortältester im Fliegerhorst, tritt ins zweite Glied zurück, bleibt aber als stellvertretender Kommandeur. Neuer Kasernenkommandant ist Oberst Thomas Hambach.

Der verheiratete Vater dreier Töchter könnte der letzte Kommandeur in der langen Militärgeschichte der Stadt Erding sein. Die Kommandoübergabe vollzog Generalmajor Günter May vor zivilen und militärischen Mitarbeitern sowie Vertretern des öffentlichen Lebens.

Musikalisch umrahmt wurde der Übergabeappell vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen

May erinnerte an den neuen Leitspruch der Bundeswehr – „Wir dienen Deutschland“. Daher finde die Übergabe nicht hinter Kasernenmauern statt, sondern in der Öffentlichkeit. „Die Bundeswehr will keine geschlossene Gesellschaft sein, sondern öffentlich und transparent bleiben – gerade auch nach Aussetzung der Wehrpflicht.

May ging auf die stürmischen Zeiten des Umbruchs beim Militär ein. „Die Neuausrichtung verlangt uns viel ab. So ist auch innerhalb der Luftwaffe der Umbau der Waffensystemlogistik ein hoch komplexes und vielschichtiges Organisationsprojekt.“ Vieles habe sich bereits verändert, in den nächsten Tagen stehe der Umbau der zweiten Führungsebene der Luftwaffe vor dem Abschluss. Statt neun werde es nur noch vier Stäbe geben.

Als künftige Herausforderungen nannte der Generalmajor den Umzug an neue Standorte, die Verlagerung von Ausrüstung, den Aufbau neuer Strukturen und die Übernahme neuer Aufträge. Dahinter stünden stets Menschen, die mit ihren Familien betroffen seien.

Er wisse aber, dass die Bundeswehr die Herausforderung bewältigen könne. Gerade Erding sei sehr gut aufgestellt. Der gravierende Umbau der Streitkräfte ist für May schon wegen der demografischen Entwicklung ohne Alternative. Auch müsse man auf zunehmend knappe öffentliche Kassen reagieren. Dem scheidenden Oberst Rethmann dankte er für dessen Loyalität aber auch konstruktive Kritik.

Fliegerhorst: Neuer Kommandeur für die letzte Etappe

Fliegerhorst: Neuer Kommandeur für die letzte Etappe

Rethmann sagte, er sei eine vergleichsweise lange Zeit Kommandeur in Erding gewesen. In den vier Jahren habe er sich immer wohlgefühlt, wenngleich seine Aufgabe gerade zuletzt oft sehr herausfordernd gewesen sei. Gerne bleibe er in Erding – als Stellvertreter Hambachs. Lobend äußerte sich der 55-Jährige über die guten Beziehungen zu Politik und Gesellschaft in der Region. Er machte aber auch deutlich, das viele zivile wie militärische Mitarbeiter weiter in Ungewissheit leben müssten, wie es weitergeht. „Diesen Zustand ertragen Sie schon lange, und Sie habe das immer in beeindruckender Weise getan“, lobte er.

Hambach lobte den Fliegerhorst als „beispielhaft für die Neuordnung der Bundeswehr“. Er sei hier auf hoch motiviertes, spezialisiertes und vor allem flexibles Fachpersonal gestoßen. „Ja, es liegen große Herausforderungen vor uns“, so der Oberst in Anspielung vor allem auf den Umzug nach Manching voraussichtlich 2017, „aber wir werden das schaffen“. Er kommentierte seinen Start in Erding mit den Worten: „I g’frei mi sakrisch.“ Die engen Beizehungen wolle er fortsetzen.

Hans Moritz

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