Ein sperriges Künstlerleben, verpackt in vier Riesenwürfeln

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    • 19.02.13
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Ein sperriges Künstlerleben, verpackt in vier Riesenwürfeln

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Flughafen - Bildhauer Josef Alexander Henselmann stellt im München Airport Center (MAC) am Flughafen im Erdinger Moos aus.

„Vier Brüder“ heißt die Skulptur, vor der Künstler Josef Alexander Henselmann (r.) mit Walter Vill von der Flughafen GmbH posieren. Sie entstand in Indien. foto: steiler

„Vier Brüder“ heißt die Skulptur, vor der Künstler Josef Alexander Henselmann (r.) mit Walter Vill von der Flughafen GmbH posieren. Sie entstand in Indien. foto: steiler

Fahrrad, Harfe, Surfbrett - Sperrgepäck ist an einem Flughafen nichts Besonderes. Das „Bulky Luggage“, mit dem der Bildhauer Josef Alexander Henselmann im München Airport Center (MAC) am Flughafen im Erdinger Moos angekommen ist, hat aber einen besonderen Inhalt: schwerwiegende Erinnerungen.

Vier begehbare Würfel stehen in der Mitte des MAC. Jeder von ihnen symbolisiert eine Station im Leben und Schaffen des Bildhauers. Verschiedene Stationen in verschiedenen Kulturen, dargestellt in verschiedenen Techniken. Während der gebürtige Münchner sich im ersten Kubus mit Glasbildern über die Geschichte der Luftfahrt der Zeit in seiner Heimatstadt widmet, zeigen Bilder aus Berlin beispielsweise die große Installation „Kreuz-Gang“ - eine begehbare, 16 Meter lange Skulptur in Form eines Kreuzes.

In New York entstand Henselmanns „Dollar Cage“ - ein Raum voller „Heaven Dollars“. Diese Papierscheine werden in China Town für die Ahnen verbrannt und sollen Glück bringen. „Das war zu einer Zeit, als die Finanzblase noch nicht geplatzt und Geld noch allgegenwärtig war“, erklärt der Künstler. Rund zehn eindrucksvolle Jahre lang lehrte der heute 49-Jährige als Professor an der Universität Bangalore in Indien. „Indien ist voller Licht und Farbe. Und wo viel Licht ist, gibt es viel Schatten - und Asche“, erklärt er die grauen Gemälde, die er mit seinen Studenten gestaltet hat.

Besondere Bedeutung haben auch die vier großen Holz-Skulpturen, die vor den Kuben im MAC stehen. Die „Vier Brüder“ beispielsweise seien vier seiner indischen Studenten gewesen. Sie hatten ihn inspiriert, weil sie wirklich Brüder, in ihrer Art und Statur aber unglaublich unterschiedlich gewesen seien.

In schwarz und weiß gehalten soll das Gesamtkunstwerk auf dem vielbesuchten Platz zur Geltung kommen. Es soll ein „Platz des Innehaltens sein - ein Platz, der Halt gibt, nicht nur meinen Skulpturen“, meint der Künstler, dessen Bronzerelief von Papst Benedikt XVI. die Münchner Frauenkirche schmückt.

Den Namen „Bulky Luggage“ habe er gewählt, weil die sperrigen Arbeiten im übertragenen Sinne auch sperrige Erinnerungen seien. „Erinnerungen, die man im Laufe der Jahre ansammelt - gute wie schlechte“.

Nach vielen Jahren auf der ganzen Welt arbeitet Henselmann nun wieder in München. „München bedeutet immer wieder, nach Hause zu kommen“, sagt der 49-Jährige. Trotzdem hat er noch einen Traum: einmal in Italien zu arbeiten - in Rom oder Venedig, denn „Italien ist Wiege der Bildhauerei“.

Bulky Luggage -Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 17.März, im MAC zu sehen.

(Andrea Steiler)

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