Superbanner

Gotz' Raketenverbot stößt auf breite Zustimmung

Gotz' Raketenverbot stößt auf breite Zustimmung

Erding - Sollte Erdings Bürgermeister Max Gotz Silvestefeuerwerk in der Altstadt tatsächlich verbieten, würde er damit auf nahezu einhellige Zustimmung stoßen. Vor allem Sicherheitsexperten raten ihm dazu, deutlich härter durchzugreifen.

Lebensgefährlich können harmlos erscheinende Böller werden. Ihre Sprengkraft ist enorm.

Lebensgefährlich können harmlos erscheinende Böller werden. Ihre Sprengkraft ist enorm.

Der Bericht des Einsatzzugs der Erdinger Polizei aus der Silvesternacht hat Max Gotz sensibilisiert. Von „kriegsähnlichen Zuständen mit Dauerfeuer bei der Versorgung einer Schwerverletzten“ musste der Bürgermeister lesen. Beamte, Feuerwehrler und Sanitäter seien kreuz und quer regelrecht beschossen worden. Gotz reicht’s: Schon heuer dürfte es mit der Knallerei in der Innenstadt vorbei sein.

„Richtig so“, kommentiert Erdings Vize-Polizeichef Bodo Urban das Ansinnen. „Es kann nicht sein, dass der Rettungsdienst die Unterstützung der Polizei braucht, um zu einer Patientin zu gelangen.“ Die Stadt könne sich wie in Freising auf die allgemeine Sprengstoffverordnung berufen, die Böller etwa in unmittelbarer Nähe zu Kirchen untersagt. Sie könne aber auch eine eigene Satzung erlassen. „Wer das Verbot dann kontrolliert, das müsste aber noch geklärt werden“, so Urban.

Entsetzt von den jüngsten Entwicklungen ist Kreisbrandrat Willi Vogl. „Ich war da bislang sehr liberal, auch wenn ich von der Knallerei nichts halte. Was aber gar nicht geht, ist, dass Retter beschossen und in Lebengefahr gebracht werden.“ Das seien Menschen, „die nicht feiern, nur damit andere Spaß haben können“. Für Vogl ist die Grenze überschritten. „Es wurde derart maßlos überzogen, dass es jetzt die einzig richtige Antwort ist, Feuerwerk und Böller in der Altstadt erst einmal ganz zu verbieten.“ Froh ist er, dass es in den vergangene Jahren zu keinen gravierenderen Bränden gekommen sei.

Auch beim BRK-Rettungsdienst rennt Gotz offene Türen ein. Dessen Chef Hans Maisch berichtet: „Unsere Leute müssen hier unter extrem erschwerten Bedingungen arbeiten.“ Gerade das waagrechte Abschießen von Raketen stelle eine enorme Gefahr da. „Jetzt ist es eskaliert, und darum muss jetzt reagiert werden. Die Menschenansammlungen sind einfach zu groß, dass jeder rumballern kann, wie er will“, so Maisch.

Die schwerverletzte 18-Jährige landete übrigens auf dem OP-Tisch des Kreiskrankenhauses Erding und wurde dort von den Chirurgen um Dr. Cvetan Taskov versorgt. Auf den konkreten Fall darf der Chefarzt für Plastische Chirurgie wegen der Schweigepflicht nicht eingehen. Aber: „Mindestens einen Schwerverletzten haben wir hier jedes Jahr. Es sind nicht nur übelste, teils entstellende Verbrennungen, sondern auch Explosionsverletzungen. Abgerissene Glieder seien keine Seltenheit.

Auch auf der Facebook-Seite der Heimatzeitung wird das drohende Verbot diskutiert. Bemerkenswert: Hier sprechen sich alle Kommentatoren ebenfalls klar für das Verbot aus. Ein User weist darauf hin, dass in den meisten Ländern Feuerwerke Sache der öffentlichen Hand seien. „Es wird geballert ohne Maß und Ziel. Da bekommt man es schon mit der Angst zu tun“, meint eine Frau. Ein Online-Leser verweist auf die hohe Brandlast in der Altstadt. Ein weiterer stellt in Frage, ob viele Hobbyfeuerwerker zu vorgerückter Stunde „überhaupt noch zurechnungsfähig“ seien. Ihn störe, dass so viele Menschen auf engem Raum zusammenkämen. „Das Gefahrenpotenzial ist zu hoch.“ Eine Facebook-Nutzerin schreibt, in Erding gebe es genug Freiflächen, wo man böllern könne, ohne andere zu gefährden.

(Hans Moritz)

zurück zur Übersicht: Erding

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte Landkreis ErdingMarkt SchwabenPoingFlughafenTaufkirchen (Vils)ErdingMoosinningDorfenWartenbergForsternBockhornFinsingSt. WolfgangIsenHolzlandzurück zur Region

Wetter für Erding

Fotostrecken

Dorflauf und Public Viewing: Das Dorffest in Moosinning

weitere Fotostrecken:

Eishockey aktuell

Eishockey aktuell

Eishockey-News und Spielberichte auf einen Blick: Klicken Sie unten auf ihre Lieblings-Mannschaft.

Aus dem Landkreis

„Schnappi“ geht auf Dackel los

„Schnappi“ geht auf Dackel los

Bockhorn - Schildkröten sind normalerweise sehr ruhige Lebewesen, doch die Schnappschildkröten haben es in sich. Das mussten der Bockhorner Dieter Roth und sein Dackel feststellen.Mehr...

Fassadenpreis: Nicht nur Masse, auch viel Klasse

Fassadenpreis: Nicht nur Masse, auch viel Klasse

Landkreis - Besonders qualifizierte Vorschläge machten der Jury beim Fassadenpreis 2012 die Entscheidung nicht leicht. 47 Objekte waren zu begutachten.Mehr...

Unfall Staatsstraße 2332 Markt Schwaben Pastetten

Mit Mercedes gegen Baum: Frau eingeklemmt

Markt Schwaben/Pastetten - An der Landkreisgrenze von Ebersberg und Erding hat sich am Mittwochnachmittag ein schwerer Unfall ereignet: Eine Frau ist mit ihrem Mercedes gegen einen Baum geprallt und wurde in ihrem Auto eingeklemmt.Mehr...

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Letzter Monat
  • Themen

S-Bahn: Knappes Ja für Nordeinschleifung

Erding - Der Erdinger Stadtrat hat sich am Dienstagabend mit den Stimmen von CSU und SPD für die Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange in den S-Bahn-Ringschluss ausgesprochen.Mehr...

Therme Erding: Hotelschiff entsteht ab September

Erding - 2013 will die Therme das erste von insgesamt drei Hotels eröffnen. Es soll der MS Victory von Admiral Nelson nachempfunden sein. Wir stellen die Pläne vor:Mehr...

Nordeinschleifung: SPD stellt Bedingungen

Erding - Die SPD-Fraktion will am Dienstag, 22. Mai im Stadtrat für die Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange stimmen - aber nur unter Bedingungen.Mehr...

Um diesen Bären gibt es Streit zwischen Zirkus und Tierschützern. Foto: fkn

Peta wirft Zirkus Alberti schwere Tierquälerei vor

Erding - Die Tierschutzorganisation Peta erhebt schwerste Vorwürfe gegen den in Erding gastierenden Zirkus Alberti.Mehr...

Stolz präsentiert Erdings Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair (3. v. l.) vor „seinem“ Rathaus den eTown-Award vom Internet-Giganten Google und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Das Bild zeigt den Akt der Übergabe mit (v. l.): Marc Feiertag (Google), Google-Deutschland-Chef Stefan Tweraser, Online-Unternehmer Michael Förch, René Arnold vom IW, Günther Pech (Stadtmarketing Erding) und Tobias Rascher (Google). Foto: ham

Internet-Gigant Google erhebt Erding zur digitalen Hauptstadt

Erding - In ganz Südbayern einschließlich München gibt es keine Stadt, in der das Internet so schnell und umfassend in den Betrieben Einzug hält wie in Erding. Dafür erhielt die Kreisstadt gestern den eTown-Award des Internet-Giganten Google und des Instituts der deutschen Wirtschaft.Mehr...

Autoausstellung Erding
Erding-Dartspiel

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper