Abt Johannes gewährt tiefen Einblick ins moderne Klosterleben

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2xva2FsZXMvZXJkaW5nL2pvaGFubmVzLWdld2FlaHJ0LXRpZWZlbi1laW5ibGljay1tb2Rlcm5lLWtsb3N0ZXJsZWJlbi0yNzcyNTU0Lmh0bWw=2772554Abt Johannes gewährt tiefen Einblick ins moderne Klosterleben0true
    • 27.02.13
    • Erding
    • 4
    • Drucken

Abt Johannes gewährt tiefen Einblick ins moderne Klosterleben

    • recommendbutton_count100
    • 0

Erding - Prominenter Gast bei CSA und Mittelstandsunion Erding. Abt Johannes aus dem Kloster Andechs sprach.

Gut verstanden sich Ulrike Scharf, Abt Johannes und Christoph Kober (v. l.) im Erdinger Weißbräu. Foto: Moritz

Gut verstanden sich Ulrike Scharf, Abt Johannes und Christoph Kober (v. l.) im Erdinger Weißbräu. Foto: Moritz

Die Arbeitswelt wird immer dominanter, sie vergönnt kaum noch Verschnaufpausen. Nicht alle können diesem Tempo standhalten. Wie Menschen das schwierige Rollenleben zwischen Beruf und Familie wieder zusammenführen können, das versuchte Johannes Eckert aufzuzeigen. Abt Johannes vom Kloster Andechs und St. Bonifaz München sprach auf Einladung der CSU-Mittelstandsunion und des Arbeitnehmerflügels CSA.

Deren Vorsitzende Ulrike Scharf und Christoph Kober hatten den 43-Jährigen in den Erdinger Weißbräu eingeladen. Die Herzogstadt war für den promovierten Theologen eine Premiere, „im Haus einer anderen Brauerei als unserer Andechser“ sogar eine ganz besondere, wie der Benediktiner augenzwinkernd versicherte.

Scharf führte Abt Johannes als einen Mann ein, der beide Seiten in einer Person vereine: „Er ist ein Kirchenmann ebenso wie Manager eines Wirtschaftsbetriebs.“ Der erinnerte an den Grundsatz der Regel Benedikt, ora et labora - bete und arbeite. „Auf das UND kommt es an“, erklärte Abt Johannes, mit bürgerlichem Namen Claudius Josef Eckert, der achte Abt Bonifaz’ und der 33. auf dem Heiligen Berg. Im Kloster gebe es feste Gebetszeiten, die wie Inseln der Besinnung und Einkehr seien.

So wie ein Arbeitnehmer die Gratwanderung zwischen Berufs- und Familienleben schaffen müsse, hätten die Benediktiner den Spagat zwischen geistiger Gemeinschaft und Wirtschaftsunternehmen zu meistern. „Dies ist ein Zwiespalt, der auch uns immer wieder vor Probleme stellt“, gab der Kloster-Obere zu und erinnerte beispielsweise an den Zwang, sich von einem schlechten Mitarbeiter nach der zweiten Abmahnung auch einmal trennen zu müssen. „Genauso ergeht es uns, wenn wir einem jungen Mann mitteilen müssen, dass er nicht für das klösterliche Leben geeignet ist.“

Hinzu kämen Zielkonflikte, etwa die christliche Nächstenliebe und die Gastfreundschaft auf der einen Seite, und die Pflicht, den Betrieb wirtschaftlich zu führen. Abt Johannes machte deutlich, dass es wichtig sei, klare Grenzen zu ziehen. „Dazu gehört etwa, dass unser Bräustüberl um 20 Uhr schließt.“ Viele kritisierten das und würden dem Kloster mangelnde Gastfreundschaft vorwerfen. „Auf der anderen Seite unterwerfen wir uns nicht jedem ökonomischen Zwang.“

Das riet Johannes auch in der anschließenden, von JU-Kreisvorsitzendem Alex Wegmaier moderierten Diskussion. Scharf und Kober interessierte vor allem, wie man wirtschaftlich erfolgreich sein könne, ohne die Regeln des christlichen Miteinanders zu verletzen. Der Abt riet zu einer ausgeprägten Mitarbeiterorientierung. „Als wir unser Sudhaus erneuert hatten, waren drei Stellen überflüssig. Wir haben aber niemanden entlassen, sondern alle in das Projekt mit einbezogen.“ Dies habe zu einer sehr hohen Motivation, und damit zu mehr Leistung geführt.

Scharf erinnerte daran, dass es am ehesten dem Mittelstand gelinge, Mitarbeiterfürsorge und unternehmerischen Erfolg zu verknüpfen. Mit Johannes war sie sich aber einig, dass bei allem Miteinander der Bestand eines Unternehmens nicht gefährdet werden dürfe. Der Benediktiner gab unumwunden zu, „dass es Fälle gibt, in denen Entlassungen nicht zu vermeiden sind“.

Kober und Scharf unterstützten den Kirchenmann in seiner Auffassung, dass man dem Kapitalismus nicht blind folgen dürfe. So erteilte Scharf einer Ausweitung der Ladenöffnungszeiten eine strikte Absage. Ob allerdings alle im Saal dem Beispiel von Abt Johannes folgen werden, ist fraglich: „Nach 20 Uhr setze ich mich nicht mehr an den Schreibtisch. Nach neun, zehn Stunden Arbeit muss es auch mal gut sein.“

(Hans Moritz)

zurück zur Übersicht: Erding

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Finsinger01.03.2013, 20:21Antwort
(3)(0)

... hmmm, song mas moi so: Wäre der Herr Abt vor einiger Zeit in einem Tempel in Judäa gewesen ware er wohl auch rausgeworfen worden... zusammen mit dem anderen Gschwe*l...

Meine Einschätzung; vielelicht nicht ganz kompatibel mit den "Zusammenhängen in Andechs und mit dem Stanpunkt der Kath. Kirche" gleich gar - aber ich hab ja auch nicht auf Pfarrer studiert...

War meine Antwort eindeutig genug ?!?

Hansmu28.02.2013, 08:41
(4)(0)

Bei Geld werden die Moralvorstellungen der kath./evang. Kirche ausser Kraft gesetzt.

Sogar der scheidende Papst empfängt in einer Privataudienz Ehebrecher bzw. Politiker die vermutlich eine Menge Dreck am Stecken haben.

nur noch nebenbei: Einer thailändischen Putzfrau eines ebeng. Kindergartens wurde nahegelegt, entweder zum christl. Glauben überzutreten oder zu kündigen.
Das ist die christliche Moral..

Markushartholz27.02.2013, 19:20
(3)(0)

Lieber Finsinger, bei Ihrem Beitrag bin ich mir nicht ganz sicher ob es Ironie sein soll oder ob es um Ihre echte Meinung handelt. Vielleicht möchten Sie sich noch einmal genau über die Zusammenhänge in Andechs und über den Standpunkt der katholischen Kirche informieren und dann noch mal antworten. Irgendwie frage ich mich, ob Sie das bla-bla nicht doch auf sich bezogen haben....

Dieser Artikel ist nur für registrierte Nutzer kommentierbar. Wenn Sie den Artikel kommentieren möchten registrieren Sie sich kostenlos für unsere Community oder melden Sie sich hier mit Ihren Benutzerdaten an.

Ihre Partner in der Region Erding

Wetter für Erding

Bilder aus der Region

Die schönsten Bilder vom Kirta-Markt in Erding

Kirta-Markt in Erding
weitere Fotostrecken:

Das starke Stück

Kantersiege, Pleiten, Meisterleistungen, Personalentscheidungen - an jedem Sportwochenende kommen die Emotionen hoch. Zwei Tage später sieht die Welt schon wieder anders aus. Wir beleuchten jeden Dienstag das starke Stück vom Wochenende.

Servicetermine in Ihrer Region

Eishockey aktuell

Eishockey aktuell

Eishockey-News und Spielberichte auf einen Blick: Klicken Sie unten auf ihre Lieblings-Mannschaft.

Aus dem Landkreis

Raiba-Projekt liegt vorerst auf Eis

Langenpreising - Die Raiffeisenbank Erding hat das Projekt, einen Neubau in Langenpreising zu errichten, erst einmal abgeblasen.Mehr...

Die harte Nuss mit Fantasie geknackt

Die harte Nuss mit Fantasie geknackt

Moosinning - Der niedrige Milchpreis um die Jahrtausendwende hat Familie Stimmer aus Moosinning dazu bewogen, Haselnüsse anzubauen. Eine gute Entscheidung. Inzwischen werfen ihre 7000 Sträucher bis zu 7,5 Tonnen Nüsse pro Saison ab.Mehr...

Reggae in der Schiaßn: Sogar die Männer tanzen

Erding - Wenn es eine Musik auf dieser Welt schafft, vom ersten Akkord an für gute Laune zu sorgen, dann ist es wohl Reggae. Dieser unbeschwerte, mitreißende Sound, der im Unterbewussten sofort die Memo-Taste für Drinks mit Rum, Sandstrände und braunen Schönheiten drückt, sorgte auch in der Schiaßn für ein fast volles Haus: Kim Azas and Friends aus Landshut und Umgebung hatten geladen.Mehr...

Autoausstellung Erding

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.