Christoph W., mutmasslicher Doppelmörder von Notzing: Lebende Zeitbombe? 

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    • 22.02.13
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"Angst vor dem Angeklagten"

Christoph W. eine lebende Zeitbombe?

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Notzing/Landshut - Quasi die Bestätigung, dass es sich bei dem mutmaßlichen Doppelmörder Christoph W. (22) aus Freising um eine lebende Zeitbombe handelt, lieferte er selbst:

Christoph W. auf der Anklagebank

Bei der Zeugenaussage des Vaters einer Ex-Freundin geriet er derartig in Erregung, dass er - wie es Vorsitzende Richterin Gisela Geppert formulierte - offenbar kurz vor der „Explosion” stand. Der 50-jährige Taufkirchener hatte berichtet, dass der Angeklagte ihn am Telefon bedroht habe, ihn umzubringen.

Der 22-Jährige hatte den Doppelmord an dem Notzinger Ehepaar Franz-Xaver R. (60) und dessen Ehefrau Heidi (54) gegenüber seiner Ex-Verlobten Cornelia R. (18) angekündigt, machte das heimtückisch und grausam wahr, wie ihm die Anklage vor der Schwurgerichtskammer des Landshuter Landgerichts vorwirft. Das Motiv seien Ärger und Wut darüber gewesen, dass vor allem die Mutter auf die Lösung des Verlöbnisses gedrängt habe.

Er habe immer noch Angst vor dem Angeklagten, bekundete ein 50-jährigen Anlagenelektroniker aus Taufkirchen, dessen damals 17-jährige Tochter 2009 einige Monate mit Christoph W. liiert war. Er habe sich als Aufschneider in die Familie eingeführt, zum Beispiel erzählt, dass er den Helm mit dem Kopf eines tödlich verunglückten Motorradfahrers in Händen gehalten habe, dann habe er sich gebrüstet, beim FC Bayern zu spielen.

Schon nach kurzer Zeit, so der Vater, habe er bemerkt, dass er den Zugang zu seiner Tochter verliere. „Sie wurde von ihm gesteuert, war kaum mehr zu Hause und musste die Kontakte zu ihren Freundinnen und Freunden abbrechen, sie sollte nur noch für ihn da sein.” Auch Aussprachen, bei denen auch seine Eltern involviert gewesen seien, hätten nichts genutzt. Als er seine Tochter endlich so weit gehabt habe, dass sie mit ihm Schluss machte, habe er am laut geschalteten Telefon mitbekommen, wie der damals 18-Jährige drohte: „Ich bringe deinen Vater um, im verspreche es dir, ich schwöre es.”

Die Aussage hatte den in Fußfesseln im Gerichtssaal sitzenden 22-Jährigen offenbar derart erregt, das Vorsitzende Richterin eine Verhandlungspause anordnete, ehe dann die heute 20-jährige Ex-Freundin als Zeugin gehört wurde. Anfangs sei Christoph W. nett gewesen, habe ihr Komplimente gemacht und sogar Blumen geschenkt, berichtete sie. Die Warnungen die vorherigen Freundin des Anlagenmechanikers, die ihr berichtet habe, dass sie von ihm geschlagen worden sei, habe sie in den Wind geschlagen. „Da war ich naiv und später war ich ihm hörig”, räumte sie offen ein. Erst als sie mitbekommen habe, dass er gegenüber seiner Mutter - ihr habe er gedroht, mit einer Axt die Schlafzimmertür, hinter der sie sich verschanzte, einzuschlagen - und seiner Schwester gewalttätig geworden sei, habe sie sich zur Trennung entschlossen. Die Drohungen gegen den Vater hätten dann das endgültige Aus der Beziehung bedeutet.

Eine heute 18-Jährige Krankenpflegerin aus Taufkirchen war mit Christoph W. im ersten Halbjahr 2009 befreundet. Auch sie berichtete, dass er äußerst eifersüchtig gewesen sei, ihr bei einem Streit im Auto sogar gedroht habe, gegen einen Baum zu fahren. Wegen einer Lappalie - bei einem weiteren Streit habe sie im angeboten, doch zu seiner früheren Freundin zurückzukehren - habe er sie geohrfeigt und mit einem Faustschlag ein Veilchen verpasst. Danach habe sie ihm den Laufpass gegeben.

Eine 20-jährige Erdinger Bankkauffrau berichtete, dass sie es gewesen sei, die Christoph W. und Cornelia R. einander vorgestellt habe. Danach hätten sie sich aus der Clique abgesondert. Nach der Trennung habe ihr Cornelia R. berichtet, dass sie „genervt” gewesen sei, vor allem wegen der vielen Verbote, mit denen sie ihr Ex- Verlobter traktiert habe: Sie habe keinen kurzen Rock, kein T-shirt mit Ausschnitt, keine schönen Kleider tragen und vor allem nicht mit anderen Männern reden dürfen.: „Er war sehr eifersüchtig.”

Alles zum Mord in Notzing finden Sie hier

Alles andere als Freunde hatte sich der Anlagenmechaniker in Lengdorf gemacht, wo er ein Haus bauen wollte. „Wir sollen uns warm anziehen und schon mal ein Gewehr besorgen. Der hat einen Vogel”, habe sie ein Bekannter gewarnt, berichtete eine 42-jährige Freiberuflerin. Wenn er am Wochenende zum Arbeiten aufgetaucht sei, habe es geheißen: „Der Psycho kommt wieder.” Er habe so gut wie jeden Kontakt vermieden und Cornelia R. sei ihm, wenn sie auf der Baustelle auftauchte, „wie ein Dackel hinterher gelaufen.”

Am Tatwochenende seien beide aufgetaucht und hätten, was völlig ungewöhnlich gewesen sei, den Rohbau gelüftet. Zwischendurch hätten sie sich am Kelleraufgang aufgehalten und eine Flasche Bier getrunken. Was die Nachbarin damals natürlich nicht ahnte: Die Ex-Verlobten hatten noch am Abend des Tattages versucht, die Leiche von Franz-Xaver R. im Pumpensumpf des Rohbaus zu verbrennen.

Doppelmörder Christoph W. vor Gericht - Bilder vom Notzing-Prozess

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Gespannt darf man auf den Verhandlungstag am 28. Februar sein: Da wird der psychiatrische Sachverständige Dr. Norbert Nedopil sein Gutachten erstatten. Ihm hat die Kammer aufgetragen, u.a. auch zur Frage der Sicherungsverwahrung für den 22-Jährigen bzw. zu seiner Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung Stellung zu nehmen.

ötl

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