Doppelmord von Notzing: Prozess beginnt: Akte an schier unglaublichen Grausamkeiten

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    • 28.01.13
    • Lkr. Erding
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Doppelmord von Notzing: Prozess beginnt

Akte an schier unglaublichen Grausamkeiten

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Notzing - Vor dem Landgericht Landshut beginnt am Dienstag der Prozess um einen Doppelmord, über den im Landkreis Erding immer noch Entsetzen herrscht.

© dpa

Die Leichen von von Heidi und Franz R. waren in ihrem Garten in Notzing vergraben. Planen von der Spurensicherung verdecken am 2. April 2012 den Fundort. foto: dpa

Am 30. März 2012 soll Christoph W. in Notzing die Eltern seiner Ex-Verlobten Cornelia, Heidi und Franz R., wie im Blutrausch erstochen und erschlagen haben.

Vorerst zwölf Verhandlungstage hat Gisela Geppert, Vorsitzende des Landshuter Schwurgerichts, bis Mitte März angesetzt, um einen Schlussstrich unter eines der spektakulärsten Verbrechens in Bayern in jüngerer Vergangenheit zu ziehen. Staatsanwalt Ralph Reiter hat eine dicke Akte an schier unglaublichen Grausamkeiten zusammengetragen.

Alles zum Mordfall Notzing finden Sie hier

Als Nebenkläger treten die Kinder des ermordeten Ehepaars auf. Dies ist eine Petitesse des Verfahrens, denn die damals 17 Jahre alte Cornelia R. half damals bei der Beseitigung der Leichen. Gegen sie läuft parallel ein Verfahren wegen versuchter Strafvereitelung. Erstinstanzlich wurde sie zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Berufung läuft (wir berichteten).

Christoph W. war mit der vier Jahre jüngeren Cornelia R. verlobt, obwohl diese noch minderjährig war. Heidi (54) und Franz R. (60) waren gegen diese Beziehung, die die damalige Auszubildende dann tatsächlich beendete. Dies muss für den heute 22 Jahre alten Anlagenmechaniker eine so große Schmach gewesen sein, dass er beschloss, das Ehepaar zu töten.

Hier geschah die Bluttat

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Den furchtbaren Plan setzte er am 30. März 2012 in die Tat um. Dafür hatte er eigens Urlaub genommen. Morgens brach er ein Kellerfenster auf und gelang so in das schmucke Anwesen an der Schlossstraße 8 in Notzing. Er wartete, bis der Vater zurückkehrte, der Cornelia nach Erding zur Berufsschule gefahren hatte.

Im Haus, so haben Kripo Erding und Anklage rekonstruiert, stürzte sich der schlaksige junge Mann auf sein stämmiges Opfer und stach mit einem Messer mit 15 Zentimeter langer Klinge immer wieder auf ihn ein. Danach zerrte der den Vorruheständler, der bei BMW in München gearbeitet hatte, in den Keller und malträtierte ihn mit einem Kaminbesteck. Der 60-Jährige verblutete. Bis zum Mittag wartete Christoph W. auf Heidi R., die in der Gemeinde Reinigungskraft war. Im Treppenhaus stach er auf die wehrlose Frau ein. Mit einem Handbeil, dem Schürhaken und einem Wetzstahl verletzte er sie tödlich.

Dann musste Christoph W. wieder stundenlang warten – auf seine Ex-Verlobte. Ihr eröffnete ihr, dass sie ihm nun bei der Beseitigung der Leichen helfen müsse. Unverhohlen drohte er ihr, das dritte Opfer werden zu können. Vermutlich im Zustand des Schocks und der buchstäblichen Todesangst willigte Cornelia ein.

Hier geschah die Bluttat

Die Leiche des Vaters wurde in das Auto von Christoph W. verladen. Die Fahrt führte nach Isen, wo der 22-Jährige ein Haus baut. Im Rohbau versuchten sie, Franz R. zu verbrennen. Als das misslang, wurde die völlig verkohlte Leiche wieder in den Kofferraum gepackt. Nächstes Ziel: das Naherholungsgebiet Notzinger Weiher. Doch wegen der vielen Wurzeln scheiterten beide daran, Franz R. zu vergraben. Es ging zurück zum Elternhaus, wo die Toten im Blumenbeet hinter der Gartenhecke vergraben wurden – um 5 Uhr morgens. Ein Zeitungszusteller wurde, ohne es zu ahnen, Zeuge.

Nun versuchten Christoph W. und Cornelia R., die Bluttat zu vertuschen. Sie kauften in einem Baumarkt in Erding Reinigungsmittel, um das Haus zu säubern, die Terrasse wurde mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt. Das Auto des Ehepaars wurde an den S-Bahnhof gefahren, um die falsche Fährte zu legen, Heidi und Franz R. seien verreist.

Am Abend des 1. April fuhr der Sohn der Familie, Andreas R. (30), nach Notzing, weil er seine Eltern wiederholt nicht erreicht hatte. Er traf auf Christoph W. und Cornelia. Während das Mädchen auspackte, fuhr W. zur Polizei. Dort wartete er auf seinen Vater, um ein Geständnis abzulegen. Mitten in der Nacht wurden die Leichen ausgegraben. Cornelia R. kam in die Psychiatrie, Christoph W. in Untersuchungshaft.

Der renommierte Psychiater Norbert Nedopil attestierte ihm zwar eine psychische Störung, W. gilt dennoch als schuldfähig. Im Prozess werden rund 50 Zeugen, Beamte und Angehörige befragt. Dem Mann, der vor der Tat in Freising bei seiner Mutter lebte, droht lebenslange Haft. Heidi R. soll kurz vor ihrem Tod noch geröchelt haben: „Warum tust du das?” Seine Antwort: „Ihr habt mir meine Frau genommen!”

Von Hans Moritz

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