Notzing-Doppelmord: War die Tochter Christoph W. (22) hörig?

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    • 31.01.13
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Notzing-Doppelmord

War die Tochter Christoph W. (22) hörig?

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Landshut/Notzing - Tag zwei im Prozess um den Notzinger Doppelmörder. Es sprach der Bruder von Christoph W.s Ex-Verlobten. Er bestätigte: "Er war den übrigen Familienmitgliedern suspekt.”

© dpa

Mit einer Häftlingsjacke verdeckt: Christoph W.

Seine Schwester sei dem 22-jährigen Anlagenmechaniker Christoph W. (22) aus Freising vermutlich hörig gewesen. Diesen Verdacht äußerte im Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Landshut gegen den 22-jährigen Freisinger, dem vorgeworfen wird, die Eltern seiner Ex-Verlobten brutal und grausam ermordet zu haben, der 29-jährige Sohn des getöteten Ehepaares.

Dem Anlagenmechaniker, der zuletzt bei einer Heizungsbaufirma beschäftigt war, wird - wie mehrfach berichtet - vorgeworfen, im März 2012 die Eltern seiner Ex-Verlobten Cornelia R. in deren Haus aus Rache und Wut über das zwei Wochen zuvor gelöste Verlöbnis brutal und grausam mit Messern, einem eisernen Kaminbesteck und einer Axt ermordet zu haben. Zum Prozessauftakt hatte der 22-Jährige über eine Erklärung seines Verteidigers die Morde gestanden und betont, dass er „die volle und alleinige Verantwortung dafür übernehme.” Zum Auftakt des 2. Verhandlungstages berichtete der 29-jährige Sohn des getöteten Ehepaares, der in einem eigenen Haus in Hallbergmoos lebt, in das inzwischen auch seine Schwester gezogen ist, dass er an jenem Schreckens-Wochenende ab Freitag, 30. März, mehrfach versucht habe, die Eltern telefonisch zu erreichen. Nur einmal habe er die Schwester erreicht, die ihm erzählt habe, die Eltern seien unterwegs.

Weil der Vater dann am Sonntag zu einem vereinbarten Treffen nicht erschienen sei, habe er sich zum Besuch im Elternhaus entschlossen. Als er dann gegen 20 Uhr eingetroffen sei, habe er seine Schwester und ihren Ex-Verlobte vor dem Haus angetroffen, wo die sich an einem Roller zu schaffen machten. Auf die Frage, wo die Eltern seien, habe er zur Antwort bekommen, dass sie spazieren gingen.

Als er dann über die Terrasse die Wohnküche betreten habe, sei ihm das Chaos dort aufgefallen: „So wäre meine Mutter nie aus dem Haus gegangen.” Seine Schwester und ihr Ex-Verlobter seien ihm gefolgt. Er habe dann den 22-Jährigen vor die Tür geschickt und aus der Schwester sei es dann „rausgebrochen”: Stockend und unter Tränen habe sie erzählt, dass Christoph W. die Eltern erstochen habe. Er, so der 29-Jährige, habe über Notruf die Polizei verständigt. Auf Nachfrage bei seiner Schwester habe er dann noch erfahren, dass die Leichen im Partykeller lägen.

Außerdem habe sie ihm erzählt, dass sie ihr Ex-Verlobter am Tattag, also am Freitag, abgefangen habe, als sie von der Berufsschule nach Hause gekommen sei. Er habe sie dann auf ihr Zimmer gebracht, dort gefesselt, mit einem Messer bedroht und verlangt, dass sie ihm bei der Beseitigung der Leichen helfen müsse.

Die Familie, so berichtete er, sei erleichtert gewesen, als das Verlöbnis gelöst worden sei. „Die Eltern waren von ihm nicht besonders begeistert, haben sich aber nicht eingemischt. Mir persönlich war er unsympatisch, ich wollte mit ihm nichts zu tun haben.” Er vermute, seine Schwester sei dem 22-Jährigen hörig gewesen: „Sie war eine ganz andere Person, wenn er dabei war.” Inzwischen lebe die 18-Jährige in seinem Haus, habe einen neuen Freund, die Beziehung laufe gut. Über das Mordgeschehen habe man kaum miteinander gesprochen: „Ich wollte ihr wegen des Gerichtsverfahrens gegen sie keinen weiteren Stress erzeugen.”

Über das (nichtöffentliche) Verfahren gegen die inzwischen 18-Jährige wegen ihrer Mithilfe bei der versuchten Beseitigung der Leichen berichtete dann ausführlich der Freisinger Jugendrichter Boris Schätz. Er hatte gegen Cornelia R. wegen versuchter Strafvereitelung eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten verhängt. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, der Verteidiger, der Freispruch beantragte, hat Berufung eingelegt.

Die 18-Jährige habe in ihrem Verfahren über ihren Verteidiger erklären lassen, dass sie ihr Ex-Verlobter an jenem Freitag zuhause erwartet, mit dem Messer bedroht und gefesselt habe. Dann habe er ihr eröffnet, dass ihre Eltern tot seien. Er habe sie in den Partykeller zu den Leichen geführt und dort gedroht, dass es eine Dritte geben werde, wenn sie ihm nicht bei der Beseitigung helfe.

Auf ihren Vorschlag („Weil die Eltern früher schon den Wunsch nach einer Feuerbestattung geäußert haben”) habe man die Leiche des Vaters zunächst in einen dem Ex-Verlobten gehörenden Rohbau in Lengdorf gebracht, dort im Pumpensumpf mit Benzin übergossen und angezündet. Da die Leiche - obwohl man sogar Holz nachgelegt habe - nicht verbannt sei, habe man sie zwei Stunden später wieder ins Auto geladen und versucht, am Notzinger Weiher zu vergraben.

Doppelmörder Christoph W. vor Gericht - Biilder vom Prozess

Auch damit sei man gescheitert, schließlich habe man beide Leichen in einem Blumenbeet des Elternhauses vergraben... Die 18-Jährige, so hatte der Verteidiger im Verfahren geäußert, „war eingeschüchtert und hat funktioniert wie eine Maschine.”

Den 22-Jährigen kannte der Jugendrichter schon aus einem früheren Verfahren, weil er seine Schwester im Rahmen einer Bestrafungsaktion misshandelt habe. Er sei ihm als verschlossen und schwer durchschaubar in Erinnerung geblieben, habe keine Reue an den Tag gelegt. Zur Sprache kam schließlich auch, dass Christoph W., den Bekannte als sehr besitzergreifend und eifersüchtig beschrieben haben, sein Ex-Verlobte im Laufe der Beziehung einmal eine und einmal zwei Wochen in der Wohnung seiner Mutter eingesperrt haben soll. Aus Eifersucht...

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt, wobei die Spurensicherer der Kripo gehört werden.

ötl

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