Solarparks wie der in Weidmühle bei Schwindkirchen erleben derzeit einen Boom. Foto: Weingartner

Sonnenkraftwerke auf der grünen Wiese

Taufkirchen - Zahlreiche Freiflächen-Fotovoltaikanlagen sind in diesem Jahr in Betrieb gegangen. Gemeinden und Landwirte werden derzeit mit Anfragen von Investoren bombardiert. Der Taufkirchener Gemeinderat will keine Schnellschüsse, sondern eine vernünftige Linie.

„Solarparks schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Auch wir haben viele Anfragen“, sagte Bürgermeister Franz Hofstetter im Bauausschuss am Dienstagabend. So will die Firma Girasolar BV einen Freiflächen-Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,5 Megawatt (MW) in Osen errichten. Die Solarmodule würden auf einer 1,44 Hektar großen Fläche an der Zufahrt zur Biogasanlage Bogenstorf aufgestellt. Die Gemeinde müsste dafür im Flächennutzungsplan ein Sondergebiet ausweisen und einen Bebauungsplan aufstellen.

Das Projekt stimmte Otmar Zeilbeck (FW) skeptisch: „Wir haben in Granting wegen zwei neuer Häuser ein Mordstheater gemacht. Jetzt kommt 100 Meter von Granting entfernt so ein Gewerbegebiet hin. Sollten wir da nicht auch die Nachbarn befragen?“ Bürgermeister Hofstetter sagte, der Gemeinderat müsse sich allgemein überlegen, wie er mit den vielen Anfragen umgeht. „Wenn wir jetzt zustimmen, sagen wir dann überall ja?“ Außerdem sei die Verwaltung gerade dabei, Gemeindewerke für Taufkirchen zu gründen. Stromerzeugung auf kommunalen Liegenschaften sei ein Thema für diese Einrichtung.

Richard Obermaier (CSU) stimmte dem zu: „Die Gemeinde sollte schauen, dass sie selber Flächen vermietet.“ Außerdem will er „eine Struktur reinbringen“. „Es soll nicht jeder irgendwo hinbauen.“ Fraktionskollege Norbert Radeck meinte: „Wenn auf jeder Grünfläche Solarparks ausgewiesen werden, das sieht ja furchtbar aus.“ Und Alois Maier (Wählergemeinschaft Gebensbach/Wambach) sagte gar: „Ich bin grundsätzlich dagegen, wenn landwirtschaftliche Flächen zugepflastert werden.“

Landwirtschaftsreferent Peter Attenhauser (REP) erklärte den Boom. Die Solarmodule seien so günstig wie nie und das staatlich subventionierte Strom-Einspeiseentgelt werde allmählich reduziert. „Ungefähr 15 Prozent von der Investitionssumme bleiben als Ertrag. Wenn alles abgezogen ist, bleiben zum Schluss sieben Prozent übrig.“ Die Fachblätter seien voll von Anzeigen, in denen Flächen für Solarparks gesucht werden, berichtete der Landwirt.

„Wir sollten uns dem nicht verschließen“, riet Hofstetter. „Wir wollen grundsätzlich erneuerbare Energien. Das geht in die richtige Richtung.“ Bei der unterschiedlichen Qualität und Effizienz der Module müsse die Gemeinde allerdings auch den Flächenverbrauch im Auge behalten. Die Verwaltung werde sich bis zur nächsten Gemeinderatssitzung noch einmal informieren, wie die Anträge in anderen Kommunen behandelt werden und welche baurechtlichen Möglichkeiten es gibt. (har)

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