Andreas Bergmeier fordert eine Einbeziehung der IGOL. foto: kuhn

In Thierhaupten nicht erwünscht

Langenpreising - Die IGOL kritisiert den geheimen Ratsbeschluss über die Teilnehmerliste für das Seminar zur Dorfentwicklung. Bestimmte Personen seien offenbar nicht linientreu genug.

Die Interessengemeinschaft Ortsmitte Langenpreising (IGOL) ist verstimmt. Die verbleibenden Mitglieder kritisieren, dass der Gemeinderat den Prozess, den sie angestoßen hatten, an sich gezogen hat - damit auch die Besetzung der Gruppe, die zum Seminar nach Thierhaupten fährt. Andreas Bergmeier, Stephan Hoynatzky und Adolf Neidhart haben als Reaktion auf die Ratssitzung eilig eine Pressekonferenz einberufen.

Auch drei Tage nach der Sitzung ist die Liste mit den 23 Teilnehmern Verschlusssache. Bürgermeister Peter Deimel legte den geheimen Ratsbeschluss auf Nachfrage unserer Zeitung noch nicht offen. Die Liste wolle er in ein paar Tagen veröffentlichen.

Bergmeier bezeichnete die IGOL als „die Vertreter der Bürger“. Den Fraktionen im Rat die Bestimmung des Teilnehmerkreises zu überlassen, habe mit Bürgerbeteiligung nichts zu tun. Da fehle es an basisdemokratischem Verständnis. In einer IGOL-Presseerklärung heißt es: „Es wurde bereits in Gesprächen im Vorfeld klar, dass bestimmte Personen als ,nicht erwünscht‘ gelten und vom Gemeinderat nicht zugelassen werden. Kriterien wurden hier nicht bekannt gegeben.“ Darum habe die IGOL auch die Vorlage einer Teilnehmerliste zur Abstimmung im Gemeinderat verweigert.

In dieses Bild passt die Verlegung des Punktes in die nichtöffentliche Sitzung des Gemeinderats, was die IGOL an ein „Machtregime“ erinnert. Bergmeier nannte Anton Wollschläger als einen möglichen Teilnehmer, der auf Widerstand gestoßen sei, weil er eben „nicht linientreu“ sei. Wollschläger lebt im Gemeindegebiet Marzling und ist in Freising Grünen-Kreisrat. Zweitwohnsitz, Familie und einen landwirtschaftlichen Betrieb hat er in der Pottenau, Gemeinde Langenpreising. Der Bürgermeister hatte in diesem Zusammenhang vor der Pressekonferenz angedeutet, dass Wollschläger hier nicht einmal wählbar sein dürfte. Für Bergmeier ist das allerdings kein Kriterium.

Karin Dürr (CSU) hat sich in der jüngsten Ratssitzung von der IGOL distanziert. Dabei war sie in der Startphase die Gallionsfigur der Bürgerinitiative gewesen. „Sie hat sich um 180 Grad gedreht. Ob das was mit ihrem Parteieintritt in die CSU zu tun hat, weiß ich nicht“, sagte Bergmeier über Dürr. Die Rätin hatte sich in der Sitzung dafür eingesetzt, dass das Gremium das Heft in der Hand behält. Dafür sei es letztlich als Vertretung der Bürger gewählt, argumentierte sie.

Die IGOL hatte - mit einem Anschreiben des Bürgermeisters - eine Umfrage gestartet. Die Auswertung nimmt mit viel Akribie Heinz Hoynatzky vor und will nach Aussage seines Sohnes Stephan die Ergebnisse noch vor dem Seminar in Thierhaupten präsentieren. Diese Ergebnisse werden, so die Einschätzung der IGOL, in die Arbeit dort einfließen. Eines gab Neidhart, der als VdK-Vertreter wohl mit zu dem Seminar in der Schule für dörfliche und ländliche Entwicklung fahren wird, aber zu: „Das mit Thierhaupten, das ist eine Veranstaltung der Gemeinde. Die bezahlt das auch.“

Die Einbeziehung des Amtes für ländliche Entwicklung hatte allerdings erst die IGOL angestoßen. Die Empfehlung der Behörde: die Teilnehmerliste des Seminars solle ein möglichst breites Abbild der Gesellschaft darstellen.

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