Pick Up gerät ins Schleudern

Reihenweise Glätteunfälle: Die Winterbilanz

Landkreis – Dieser Frühling macht noch keinen froh. Reihenweise Verkehrsunfälle, die Gärtnereien warten vergeblich auf Kunden, Landwirte können nicht säen, viele sind krank und alle frieren.

„Unsere Geschäftstätigkeit liegt bei fast Null“, berichtet Robert Gauster Junior von der Dorfener Gärtnerei Gauster. Die derzeitige Wettersituation macht ihm und vielen seiner Kollegen zu schaffen. Normalerweise wäre jetzt der Zeitpunkt, an dem viele Samen für Frühjahrspflanzen kaufen. Durch den Frost und Schnee bleibt das Geschäft aber aus.

Gauster erzählt, dass der Monat März in den letzten Jahren immer sehr umsatzstark war, dieses Jahr die Geschäfte aber katastrophal liefen. Er musste sogar Ware vernichten, die er nicht verkaufen konnte. Er habe im März einen Verlust von 50 bis 60 Prozent gemacht und hofft, dass das Geschäft nach Ostern in Fahrt kommt. Diese Hoffnung teilt Karl-Stefan Strohmair von der Gärtnerei Strohmair & Hirsch in Erding. Auch er hat einen Verlust im zweistelligen Prozentbereich erlitten und baut darauf, dass nach der Frostperiode wieder Kunden kommen.

Pick Up gerät ins Schleudern: Vier Verletzte

Pickup gerät ins Schleudern: Vier Verletzte

Auch für die Landwirtschaft hat der lange Winter Konsequenzen. Anton Mitterer, Pflanzenbauberater des Landwirtschaftsamts Erding, rechnet zwar mit keinen Ertragsverlusten, dennoch sind viele Landwirte im Moment zur Untätigkeit gezwungen. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, das Sommergetreide anzubauen. Mitterer rät aber den Bauern, damit noch zehn Tage zu warten.

Ein Problem, das auf die Landwirte zukommen wird, ist, den zusätzlichen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Sobald das Wetter besser ist, müssen die Bauern aussäen, Gülle ausbringen und Dünger streuen. Und das am Besten so schnell wie möglich. Viele sind aber bereits jetzt schon aktiv, erzählt Mitterer.

Georg Loidl vom Gartenbauverein Sankt Wolfgang sieht die Wettersituation aus Erfahrung optimistischer. Er hat dieses Jahr schon Salat und Rettich im Gewächshaus angebaut und glaubt fest daran, dass die Natur ihre Probleme selbst lösen wird.

Ein Tipp für alle Gartenfreunde kommt aus den Gärtnereien: Sie können die Frühjahrspflanzen bereits jetzt in den Garten setzen, da diese die Kälte vertragen. Alle anderen Pflanzen, die empfindlicher sind, sollten entweder ins Gewächshaus oder mit einem Winterschutz bedeckt draußen sein.

Der schlimmste Unfall auf den eisglatten Straßen ereignete sich gegen 17 Uhr auf der Staatsstraße 2084. Zum Hergang berichten Polizei und Feuerwehr, dass der 61-jährige Fahrer eines Mitsubishi Pick Up auf dem Weg in Richtung Dorfen kurz hinter der Abzweigung nach Lengdorf auf die Gegenfahrbahn geriet und dort einen Sprinter rammte. Der rutschte nach rechts in die Böschung und prallte gegen einen Baum. Der Pick Up wurde noch gegen einen 5er BMW gedrückt.

Der 66-jährige Sprinter-Fahrer und seine Beifahrerin (67) sowie der Beifahrer im Pick Up (57) wurden schwer verletzt, der Fahrer des Mitsubishi leicht. Weil anfangs zwei Unfälle mit Eingeklemmten gemeldet worden waren, rückten zwei Notärzte und vier Rettungswagen aus. Ein Helikopter konnte wieder abdrehen. Um die Befreiung der Opfer, die Totalsperre der Staatsstraße und die Wrackbergung kümmerten sich die Wehren Lengdorf, Kirchasch, Matzbach, Dorfen und Hofkirchen. Der Schaden beträgt etwa 20 000 Euro. An exakt der gleichen Stelle hatte es 2011 ein Unfall mit einer Schwerstverletzten gegeben.

Lediglich Sachschaden, allerdings in einer Gesamthöhe von rund 19 000 Euro, entstand bei den übrigen Unfällen am Dienstagabend im Dienstbereich der PI Dorfen. Auf der Oberdorfener Straße kam ein 23-jähriger Dorfener mit seinem Peugeot in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Mercedes Sprinter, der von einem 27-jährigen Dorfner gelenkt wurde. In Isen rutschte ein 45-jähriger Isener mit VW Passat beim Abbiegen von der Steinlandstraße in die Sigismundstraße gegen einen geparkten Fiat. Am Lappacher Berg geriet ein von einem Auto gezogener Anhänger auf die Gegenfahrbahn und touchierte ein entgegenkommendes Auto. Der Anhänger rutschte in den Straßengraben und blockierte die gesamte Fahrbahn. Die Straße musste bis zur Bergung durch die Feuerwehren Sankt Wolfgang und Lappach total gesperrt werden. Weitere Glatteisunfälle passierten in Dorfen auf der Erdinger Straße (B 15), auf der Kreisstraße ED 13 bei Pfaffing und erneut in Oberdorfen.

Im Dienstbereich der PI Erding ereigneten sich die schadensträchtigsten Unfälle – insgesamt 18 000 Euro – in Berglern und in Neuching. Zwischen Eitting und Berglern kam zuerst ein 18-jähriger Fahranfänger mit einem Audi von der Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich im angrenzenden Feld mehrfach. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Wenig später geriet dort eine 44-Jährige mit ihrem Peugeot auf die Gegenfahrbahn und rammte einen Hyundai, der von einem 23-jährigen Oberdinger gesteuert wurde. Beide wurden verletzt.

Am Mittwoch gegen 6 Uhr früh kam eine 27-Jährige kurz vor der Kanalbrücke in Niederneuching mit ihrem Honda von der St 2082 ab. Ich Wagen touchierte dabei einen Baum. Die Frau kam ins Krankenhaus.

eg/ml/ham

Rubriklistenbild: © ham

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