Erding - Über den Wolken mag die Freiheit grenzenlos sein. Jedenfalls ist der Blick aus der Pilotenkanzel nahezu grenzenlos. Das macht sich der Katastrophenschutz zu nutze, wenn er die Luftrettungsstaffel Bayern in die Lüfte schickt.

Langjährige Flugbeobachter wurden bei der Tagung in Erding geehrt (v. l.): Hans Seeholzer, Jürgen Wehrens, Manfred Bartel, Michael Binsau, Freddy Robisch, vertreten durch Ehefrau Gitti Robisch, Alois Mayer und Karlheinz Ruhland, Stützpunktleiter Erding. Foto: Seeholzer
Ehrenamtliche, sehr erfahre Piloten machen sich dabei gemeinsam mit Luftbeobachtern aus den Landratsämtern, von den Feuerwehren und Forstämtern auf, um in den Trockenperioden Ausschau nach Waldbränden zu halten. Idealerweise werden große Feuer bereits im Anfangsstadium entdeckt - und Katastrophen verhindert.
Die Mitglieder der Flugbereitschaft Oberbayern, regionale Einsatzorganisation der Luftrettungsstaffel Bayern, kamen am Wochenende in Erding zusammen. Vertreten waren Piloten und Katastrophenschützer aus den Kreisen Erding, Ebersberg, Pfaffenhofen, Eichstätt, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Mühldorf. Empfangen wurden sie vom Chef der Luftbeobachter in Oberbayern, Jürgen Wehrens aus Murnau, sowie Karl Traunspurger von der Regierung von Oberbayern.
Zwei große Waldbrände gab es im vorigen Jahr - teils waren Forstbedienstete dafür verantwortlich. „Jetzt steht fest, in den Dürreperioden ist Feuermachen im Wald gänzlich untersagt, auch Wiedfeuer“, berichtet Ruhland. Dennoch sei man nie ganz gefeit, es gebe immer wieder Selbstenzündungen. Auch die Bundewehrreform war Thema. „Wir müssen uns leider Gedanken machen, wie es mit der Überwachung weitergeht, wenn die Fliegerei von Erding und Fürstenfeldbruck aus in in ein paar Jahren nicht mehr möglich sein sollte“, so Ruhland.
Geübt wurde auch, allerdings nur am grünen Tisch: Angenommen wurde ein Wintersturm mit reichlich Bruchholz, der von der Luft aus dokumentiert werden musste.
(ham)
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