40 Millionen Euro extra für längeren Tunnel

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    • 21.05.14
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S-Bahn-Ringschluss

40 Millionen Euro extra für längeren Tunnel

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Erding - Erding schiebt seine Pläne für einen längeren S-Bahn-Tunnel unter der Stadt sowie für den neuen Bahnhof im Fliegerhorst an. Für das Vorhaben spricht eine Studie, die dem Übergang Haager Straße keine Zukunft gibt.

© Moritz/Modell: Stadt Erding

So soll das neue Busterminal im geplanten Fliegerhorst-Bahnhof aussehen (oben) und an dieser Stelle im Stadtpark sollen die S-Bahnen nach Wunsch der Stadt Erding in den Tunnel einfahren

Die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr war gleich eine entscheidende für die kommenden Jahre. Denn dort wurden weitreichende Entscheidungen über die Trassenführung der S-Bahn durch Erding im Zuge des Ringschlusses gefällt – einstimmig.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem historischen Stadtratsbeschluss für die Nordeinschleifung der S-Bahn mit Fliegerhorst-Bahnhof untermauerte der Ausschuss seine Festlegung auf einen längeren Tunnel. Bekanntlich sehen die Pläne des Innenministeriums eine Tieferlegung der Gleise nur zwischen neuem und altem Bahnhof vor. Das Ingenieurbüro Lahmeyer aus München legte ein Konzept mit einem Tunnel unter dem kompletten alten Bahnhofsareal bis zur Semptbrücke im Park vor.

Zwei Ziele verfolgt die Stadt: die Nutzbarkeit des heutigen Bahnhofgeländes für eine städtebauliche Entwicklung sowie vor allem die Beseitigung des Bahnübergangs Haager Straße. Konrad Daxenberger stellte Pläne und Mehrkosten vor. Nördlich der Sempt würden die Züge auf einer Rampe in den Untergrund verschwinden. Bis zur Haager Straße würden sie in einem Trog fahren. Dessen von der Stadt geforderte Verlängerung bis zur Dorfener Straße ist 630 Meter lang. Danach folgt der Abschnitt, den auch Bahn und Ministerium untertunneln wollen. Daxenberger erklärte, dass ein massiver Eingriff in den Baumbestand des Parks unumgänglich sei, „denn in den dann zweigleisigen Bahnkörper dürfen keine Bäume ragen“. Zudem müsste ein Hauptkanal unter der Haager Straße verlegt werden.

Zur Finanzierung sagte der Planer: „Sie müssen netto mit mindestens 36 Millionen Euro Mehrkosten rechnen.“ Er empfahl auch einen Risikopuffer von zehn Prozent – macht 40 Millionen Euro. Dabei erinnerte er daran, „dass wir auf die Kalkulation von 2008 aufbauen, neuere Zahlen gibt es nicht“. Teuerungen müssten einkalkuliert werden. Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass es zu diesem Tunnel keine Alternative gibt. Oberbürgermeister Max Gotz sagte: „Das sind die Summen, mit denen wir in die Verhandlungen gehen. Wenn der Tunnel nicht realisierbar ist, kann es sein, dass das gesamte Projekt Ringschluss scheitert. Denn eine Zerschneidung der Stadt nehmen wir nicht hin.“

In diesen Kontext passte ein Studie des Büros Obermeyer aus München, das dem Übergang Haager Straße bei einer Taktverdichtung der Züge keine Zukunft gibt. Tom Seufert erklärte, dass neue Berechnungen ergeben hätten, „dass die Schließzeiten der Schranken die vom Gesetz gerade noch tolerierten 30 Minuten pro Stunde überschreiten“. Die Staus auf Haager Straße und am Bahnhof ließen sich nur durch einen Ausbau dieser Straßen sowie der Wilhelm-von Diez-Straße abbauen. Doch neue Abbiegespuren seien angesichts der beengten Verhältnisse kaum darstellbar. Seuferts Fazit: „Hier muss von einem Fall ausgegangen werden, der unter das Eisenbahnkreuzungsgesetz fällt.“ Soll heißen: Die Kosten für die zwingend vorgeschriebene Beseitigung der Furt müssten sich Bahn, Bund und Stadt teilen. Erding könnte für sein Drittel Zuschüsse beantragen. Das wiederum würde die Gesamtbelastung durch den längeren Tunnel spürbar senken.

Einstimmig beschloss der Ausschuss auch, über das bestehende Bahnhofsareal einen Bebauungsplan zu legen. Die Strategie der Stadt: Fahren die Züge unterirdisch, kann darüber städtebaulich völlig neu gestaltet und neu bebaut werden. Diese Erlöse könnte die Bahn in einen längeren Tunnel investieren.

Weitergekommen ist die Stadt auch bei der Gestaltung des neuen Bahnhofs. Alexander Jeckel und Dieter Heigl vom Büro Obermeyer stellten ihr Konzept des neuen Busterminals vor. Unter einem 140 mal 40 Meter großen begrünten Trapezdach parallel zur Anton-Bruckner-Straße finden sich die Aufgänge von den Gleisen, eine Ladenzeile sowie Aufenthaltsflächen und Toiletten. Es werde sehr hell und transparent gebaut. 15 Busse finden Platz, die Fahrgäste sollen bei Regen trocken ein- und aussteigen können. Die Stadt will die Anlage errichten und an die Bahn verpachten. Für eine Kostenschätzung war es noch zu früh. Weitere Bestandteile des Bahnhofs sind ein Parkhaus und Fahrradstellplätzen.

Hans Moritz

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