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Nordumfahrung bleibt der Aufreger Nummer Eins

Nordumfahrung bleibt der Aufreger Nummer Eins

Eichenkofen - Offiziell sollte die Erdinger Nordumfahrung kein Thema in der Bürgerversammlung in Eichenkofen sein. Doch die Langengeislinger sahen beträchtlichen Diskussionsbedarf.

Großes Interesse am Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Max Gotz (am Pult) zeigten die Bürger von Langengeisling, Eichenkofen und Altham. Das Gasthaus Brunold war voll belegt. Die Versammlung dauerte über vier Stunden. Hauptstreitpunkt: die geplante Nordumfahrung. Foto: ham

Großes Interesse am Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Max Gotz (am Pult) zeigten die Bürger von Langengeisling, Eichenkofen und Altham. Das Gasthaus Brunold war voll belegt. Die Versammlung dauerte über vier Stunden. Hauptstreitpunkt: die geplante Nordumfahrung. Foto: ham

Der Widerstand gegen die ED 99 ist ungebrochen. Bürgermeister Max Gotz will erst neue Fakten abwarten.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Ich liebe Langengeisling - Nordumfahrung Nein“ hatten sich schon vor dem Gasthaus Brunold postiert - mit einem Riesenplakat, auf dem sie ihre Verbundenheit mit der Heimat ausdrückten. Dazu trugen sie ihre schwarzen T-Shirts mit klarer Aussage.

In seinem Rechenschaftsbericht lobte Bürgermeister Max Gotz das Engagement, er wollte aber nur am Rande auf die Nordumfahrung eingehen. „Es gibt nichts Neues, wir warten auf die Ergebnisse der vertieften Korridoruntersuchung im Auftrag des Landkreises“, sagte der Stadtchef vor rund 150 Bürgern der Stadtteile Langengeisling, Eichenkofen und Altham. Über die Nordanbindung als Parallele zur Alten Römerstraße habe er bewusst noch nicht diskutiert, „weil wir den Bundeswehrstandort durch eine Flächenanfrage nicht gefährden wollten“. Über Grund im Eigentum des Bundes verbiete sich jede Diskussion. Erst im Frühjahr 2012 werde man wissen, wie lange die Bundeswehr in Erding bleibt. Gotz geht davon aus: „Daran wird sich in den nächsten Jahren wohl nichts ändern.“

Doch viele Bürger waren vor allem wegen der umstrittenen Entlastungsstraße gekommen. Ernst Busch bekannte: „Wir sind grantig. Warum soll die ED 99 so nah an Langengeisling gebaut werden, und warum sollen Eichenkofen und Altham abgetrennt werden?“ Es müsse doch eine Lösung geben, die auch für die Bürger im Norden der Stadt verträglich sei.

Gotz versicherte, er scheue die Debatte nicht. „Aber wir sollten sie erst führen, wenn wir neue Erkenntnisse haben.“ Angesichts der Vielzahl kritischer Stimmen könne er sich gut vorstellen, „dass am Ende ein Rats- oder ein Bürgerbegehren steht“. Er bleibe aber dabei: „Die Nordumfahrung ist die einzig ehrliche Antwort auf den anschwellenden Verkehr. Und deswegen lasse ich auch nichts unversucht.“

Max Tauber äußerte die Sorge, dass die Nordumfahrung gebaut ist, die Nordanbindung aber nur auf dem Papier besteht. Die Planungen seien sehr unterschiedlich weit gediehen. Tauber sagte, die Werkstraße am Kronthaler Weiher könnte unter anderem im Bereich der Freisinger Siedlung zu Entlastung führen. Diese sollte zuerst gebaut werden.

Rosalinde Hinsche schlug in die gleiche Kerbe: „Die Reihenfolge stimmt nicht. Erst sollte die Nordumfahrung gebaut und dann der Kronthaler Weiher ausgebaut werden.“ Die Forderung, die Werkstraße gegen alle Widerstände zu realisieren, erhob auch Robert Thalmeier. Er warnte in Bezug auf die Nordumfahrung von einem „Verlust unserer Heimat“. Gotz wiederholte, dass er zu Enteignungen nicht bereit sei. Daraufhin musste er sich von mehreren Seiten anhören: „Sie glauben doch nicht, dass Sie alle Grundstücke für die ED 99 bekommen.“

Harald Mehringer kritisierte, dass Erding einerseits Große Kreisstadt werden möchte, andererseits „zwei Ortsteile durch die ED 99 davon abschneiden will“. Rudi Thalmeier wunderte sich, „dass die Nordumfahrung zu 90 Prozent über Erdinger Grund führt, und sich der Strukturausschuss des Kreistags auf eine Trasse festlegt, ohne vorher mit den Betroffenen zu reden“. Eichenkofen werde keineswegs entlastet. Es könne nicht sein, dass die Gemeinden im nördlichen Landkreis entlastet würden - „und das alles auf unserem Stadtgebiet“. Gotz versprach, er werde eine Bürgerversammlung einberufen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

(Hans Moritz)

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