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Ringschluss: Chefplaner sieht einmalige Realisierungs-Chance

Ringschluss: Chefplaner sieht einmalige Realisierungs-Chance

Erding - Der Freistaat hat größtes Interesse, den S-Bahn-Ringschluss über Erding zum Flughafen nach Freising zu bauen. Dabei will man soweit wie möglich auf die Belange Erdings eingehen.

Wann ist hier nicht mehr Schluss? Der Erdinger S-Bahn-Halt würde bei der Nordlösung mit Kreuzungsbahnhof und einer Verbindung zum Flughafen aufgegeben. Foto: Bauersachs

Wann ist hier nicht mehr Schluss? Der Erdinger S-Bahn-Halt würde bei der Nordlösung mit Kreuzungsbahnhof und einer Verbindung zum Flughafen aufgegeben. Foto: Bauersachs

Zuletzt war Hans Peter Göttler, Ministerialdirigent im bayerischen Wirtschaftsministerium, am 31. März in Erding. In der Stadthalle versuchte er, Stadträten und hunderten Bürgern aufgrund der höheren Wirtschaftlichkeit die Südlösung zu verkaufen. Doch die Stadt, insbesondere Bürgermeister Max Gotz, beharrte auf dem Beschluss pro Nordvariante mit neuem Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst.

Acht Monate später zeigte sich Göttler letzterer Variante gegenüber (wieder) deutlich offener. Zwar stellte der Chefplaner von Wirtschaftsminister Martin Zeil gestern im Strukturausschuss des Kreistages klar, dass man die vertiefte Planung wegen des Trassen-Dissens’ auf Eis gelegt habe. Er betonte aber auch, dass man seither nicht untätig gewesen sei.

„Die Betroffenheit der Region interessiert uns sehr“, versicherte Göttler. Daher habe sich der Freistaat bereit erklärt, die gemeinsame Gleisführung für S- und Regionalbahnen ab Aufhausen durch Erding zu Gunsten der Nordlösung aufzugeben. Voraussetzung: Der Bund bleibt trotz etwas schlechteren Kosten-Nutzen-Faktors bei seiner Förderzusage - es geht um die Hälfte der anfallenden Kosten, also grob geschätzt 100 Millionen Euro.

Am 5. August legte sich das Bundesverkehrsministerium fest, dass es dazu unter bestimmten Voraussetzungen bereit sei. Diese sind: Die Kosten für die Südeinschleifung müssen gedeckelt sein. Das Risiko gestiegener Kosten liegt also beim Freistaat. Der Nutzen muss die Kosten weiter übersteigen. Der Bund macht keine Förderzusage für Projekte, die die Stadt Erding zur Abfederung der Belastungen durch die Taktversichtung der S-Bahn und das Durchleiten von Regionalzügen verlangt. Diese Zusagen wurden bei der Verkehrskonferenz am 26. Oktober in der Staatskanzlei bestätigt.

Weiter betonte Göttler, dass man das Projekt nun mit Nachdruck forciere. In diesem Zusammenhang warnte er davor, vor allem nach dem faktischen Aus für den Fliegerhorst, ganz neue Varianten ins Feld zu führen. „Das würde Verzögerungen von mehreren Jahren mit sich bringen, die das Projekt insgesamt gefährden könnten.“

Mit dem Bund soll jetzt eine verbindliche Kostenbeteiligung ausgehandelt werden. „Anfang 2012 wollen wir die Genehmigungsplanung auf den Weg bringen - mit dem Ziel, den Planfeststellungsbeschluss zu bekommen.“ Göttler kam zu dem Resümee: „Wir stehen jetzt vor der einmaligen Chance, den Ringschluss zu realisieren.“

Was die zusätzlichen Wünsche Erdings betrifft, sagte der Spitzenbeamte: „Das ist Sache politischer Verhandlungen zwischen Freistaat und Stadt.“ Da könne durchaus noch etwas erreicht werden. Konkret verlangt die Stadt die Beseitigung der Bahnübergänge Park- und Bahnhofstraße in Altenerding sowie Tunnels auf Höhe Kehr und Haager-/Dorfener Straße - insgesamt Mehrkosten in Höhe von 117 Millionen Euro.

Göttler erkannte an, dass nach der Bundeswehrreform in Erding neu diskutiert werden müsse. Er mahnte aber zur Eile, denn die Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz flössen nur bis 2019. (Bericht folgt)

(Hans Moritz)

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