Erding - Mit einem neuen Trassenvorschlag befeuert die SPD-Stadtratsfraktion die Debatte um den S-Bahn-Ringschluss und die Walpertskirchener Spange.
Der Gruppierung um Hans Schmidmayer schwebt eine modifizierte Nordlösung vor, die sie am Samstag vorstellte.
Die noch wenig konkreten Pläne sehen die Gleisführung der Regionalbahn um Williamsville herum von Nordosten her auf das Fliegerhorstgelände vor. Im Bereich des wehrtechnischen Instituts Wiweb könnte laut Schmidmayer der Kreuzungsbahnhof entstehen. Die S-Bahn fährt auf der bisher projektierten Linie am heutigen Endhaltebahnhof vorbei unter der Dorfener Straße hindurch auf das Militärgelände.
Die Kosteneinsparungen entstehen laut Schmidmayer, weil es im Bereich Taufkirchener Kreuzung keines aufwändigen bergmännischen Tunnels bedürfe. Der Kreuzungsbahnhof könnte höhengleich gebaut werden. Bisher ist eine Tieferlegung der Gleise um bis zu zwölf Meter vorgesehen.
Die SPD könnte laut Wilhelm Scheib an ihrem von Anfang an verfolgten Ziel festhalten, den Erdinger Bahnhof zu erhalten. Allerdings, gibt Schmidmayer zu, müssten Regionalbahnreisende, die nach Erding wollen, am neuen Bahnhof auf die S-Bahn umsteigen.
Der SPD ist bewusst, dass ihre Idee beim Wirtschaftsministerium auf Skepsis stoßen wird. „Uns ist klar, dass der Kreuzungsbahnhof deutlich weiter von der Stadt entfernt läge als der im Fliegerhorst“, so Schmidmayer. Dafür wäre der Wiweb-Bahnhof für den Individualverkehr sehr gut gelegen. „Die Erreichbarkeit über die B 388 wäre optimal. Hinzu kommen die Planungen für die Südostumfahrung von Erding.“ Nicht zuletzt wäre im Bereich Wiweb genügend Platz für einen leistungsstarken Busbahnhof und Park & Ride-Stellflächen. Der Fraktionssprecher weist darauf hin, „dass der Nordosten Erdings das große künftige Entwicklungsgebiet der Stadt sei. Und es könnte auf den Bahnhof in Schwaigerloh kurz vor dem Moos-Airport verzichtet werden.
In der kommende Woche wollen die Genossen ihre Gedanken in die Form eines Antrags an den Stadtrat gießen. „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung“, erklärt Dritte Bürgermeisterin Eva Kolenda. Über den SPD-Antrag könnte im Januar beziehungsweise Februar 2012 entschieden werden. Sie ist überzeugt, dass die grundlegend neuen Gedanken bis 2019 umgesetzt beziehungsweise aufs Gleis gesetzt sein könnten, so dass man die Bundesförderung noch in alter Höhe von bis zu 60 Prozent beanspruchen könne.
Auf die Frage, auf welche Trasse sich die SPD festlegen würde, sollten die neuen Vorstellungen scheitern, sagte Schmidmayer. „Dann liefe es wohl auf die Nordtrasse hinaus. Allerdings machen wir nur mit, wenn uns deutliche Verbesserungen vor allem im Bereich der Übergänge und der Alten Römerstraße zugesichert werden.“
(Hans Moritz)
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