Erding - Ministerpräsident Horst Seehofer hat das Wirtschaftsministerium ermächtigt, mit der Stadt Erding die Nordeinschleifung des Ringschlusses vertieft zu planen.
Per Unterschrift gab der Regierungschef Grünes Licht für die Feinplanung des Ringschlusses auf der Nordtrasse einschließlich Kreuzungsbahnhof auf dem Fliegerhorstgelände. Dies berichtete Stimmkreisabgeordneter Jakob Schwimmer nach einem Gespräch mit Seehofer im Landtag. „Klares Ziel ist jetzt das Planfeststellungsverfahren“, so Schwimmer. Vorher müsse jedoch über die Details innerhalb der Kreisstadt gesprochen werden.
Die Tatsache, dass der Ministerpräsident nun in die konkrete Planung eintreten will, heißt: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dürfte sich endgültig festgelegt haben, die Nordeinschleifung auch dann zu fördern, wenn diese einen geringeren Nutzen-Kosten-Faktor als die Südlösung hat. Experten gehen aber davon aus, dass sich dieser Faktor durch das Freiwerden der Bundeswehrflächen ohnehin deutlich zu Gunsten der Nordtrasse verschieben wird.
Bürgermeister Max Gotz reagierte erfreut auf die Nachricht: „Das ist ein weiterer, ganz wichtiger Meilenstein.“ Am Dienstagabend hatte der Stadtrat mehrere Stunden über den Bebauungsplan Fliegerhorst-Gelände diskutiert. Eine Entscheidung fiel aber noch nicht. Die Rechtsanwälte Nikolaus Pirkl und Matthias Reitberger versicherten dem Plenum, der Satzungbeschluss des Bebauungsplans zurre die Trassenführung keineswegs fest. Bahnprojekte dürfe eine Kommune ohnehin niemals überplanen.
Derweil hat sich auch die Bürgerinitiative Bergham/Aufhausen hinter die Nordeinschleifung gestellt. Ob es diese Trasse wird, darüber dürfte bis Ende des ersten Halbjahr 2012 entschieden werden. Erding-Jetzt-Stadtrat Hans Egger sagte, er glaube nicht, dass die Nordtrasse noch eine Mehrheit im Stadtrat habe.
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