Erding - Bei der Planung der Walpertskirchener Spange dürfte ein entscheidender Würfel gefallen sein: Das Wirtschaftsministerium weist der Südeinschleifung der Regionalbahn auf die S-Bahn-Trasse bei Aufhausen klare Priorität zu.
Mit großer Verwunderung hat Bürgermeister Max Gotz das druckfrische Gutachten des Bundesverkehrsministeriums über geplante Schienenprojekte in Deutschland gelesen. In einer Skizze des Ringschlusses und der Walpertskirchener Spange war nur noch die Südeinschleifung verzeichnet. Von der Nordvariante inklusive Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst war nichts mehr zu sehen.
Da traf es sich gut, dass Gotz gestern ohnehin einen Termin im Wirtschaftsministerium in München hatte. Dort erfuhr er am Nachmittag, dass der Freistaat „die Südeinschleifung klar präferiert“, um den ohnehin wackeligen Kosten-Nutzen-Faktor des Schienenausbaus im Osten des Flughafens nicht weiter zu gefährden. Gotz erhielt zwar die Zusage, dass beide Varianten noch exakt gegeneinander aufgewogen werden, „aber es deutet alles auf die Südlösung hin“, so der Stadtchef am Abend zu unserer Zeitung. Ob man sich in München bereits endgültig festgelegt hat, vermochte Gotz nicht zu sagen.
Das Gleiche mahnt der Stadtchef für die Bahnhöfe an. „Wir erheben den klaren Anspruch, dass die Haltepunkte so gestaltet werden, dass sie für den zunehmenden Verkehr und damit den Pendlerdruck gerüstet sind.“ Konkret geht es ihm um Park & Ride-Möglichkeiten sowie die Straßenanbindungen. „Schließlich haben wir für den Fliegerhorst ein schlüssiges Verkehrskonzept längst vorgelegt.“
In den nächsten Wochen wird es zu weiteren Treffen zwischen Rathaus und Ministerium kommen. Mit der erneuten Vorstellung der Pläne im Stadtrat rechnet Gotz „allerdings nicht mehr vor der Weihnachtspause“. Er sicherte jedoch zu, die Fraktionen über alle Entwicklungen umgehend auf dem Laufenden zu halten.
Gotz erfuhr darüber hinaus, dass man im Ministerium weiter an den Erfolg von Ringschluss und Regionalbahnanbindung glaube, auch wenn der viergleisige Ausbau zwischen Riem und Markt Schwaben aus Kostengründen beerdigt werden soll. „Das liegt an unterschiedlichen Finanztöpfen“, erläuterte der Bürgermeister.
(Hans Moritz)
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