Erding - In die Planung des S-Bahn-Ringschlusses und der Walpertskirchener Spange kommt wieder Bewegung. Die Betroffenen sind wachsam.
Auch wenn es noch nicht amtlich ist: Für Erding und die Nachbargemeinden ist die Südeinschleifung der Walpertskirchener Spange für die Regionalbahn auf die S-Bahn-Trasse nach den Aussagen aus dem Wirtschaftsministerium am Mittwoch Fakt. Ab sofort geht es Bürgern und Politik darum, für die Betroffenen das Optimale herauszuholen.
Eva Brielmair, Sprecherin der Interessengemeinschaft der betroffenen Bürger in Bergham, Aufhausen und Walpertskirchen, hat für die Vorfestlegung im Ministerium kein Verständnis. „Es soll doch das Ziel sein, die Leute bis aus dem Raum Salzburg so schnell wie möglich zum Flughafen zu bringen. Warum nötigt man denen eine Stadtrundfahrt durch Erding mit einigen Haltepunkten auf?“ Was sie auch nicht versteht: „Überall wird der Verkehr aus den Zentren gelotst, bei uns wird er regelrecht hineingedrängt.“ Die Interessengemeinschaft wird sich laut Brielmair „nun erst recht“ mit ihren Forderungen Gehör verschaffen, „bewohnte Gebiete vor Lärm zu schützen und die höhengleichen Bahnübergänge zu beseitigen“. Ihr Kollege Peter Badmann erinnert an den Autoverkehr. „Der würde auf der Schlossallee und der Staatsstraße 2082 stark zunehmen, wenn hier ein Pendlerparkplatz hinkommt. Da braucht’s ein vernünftiges Konzept.“ Sie warnen davor, dass eines Tages doch Güterverkehr Richtung Airport aufs Gleis gesetzt werden könnte. Auch die Bauern haben sie im Visier: „Ihnen dürfen keine kilometerlangen Umwege zugemutet werden, um auf ihre Felder zu kommen“, so Brielmair.
Für Winfried Busch, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahntunnel Erding, ist die Entwicklung „keine Überraschung“. Er bleibt dabei: „Das muss für Erding nicht schlecht sein.“ Voraussetzung sei eine Tieferlegung der Gleise. „Daran führt bei Doppelnutzung kein Weg vorbei“, so Busch, der Bürgermeister Max Gotz in dieser Frage „jegliche Unterstützung und Mitarbeit“ zusichert.
Sein Wörther Kollege Rudolf Borgo bekräftigt das Nein seiner Kommune. „Wir sind dann von allen Seiten von Straßen und Schienen umgeben. Das ist nicht hinnehmbar“, so der Gemeindechef, dem allerdings klar ist, „dass wir da nicht viel mitzubestimmen haben.“ Mit Heilmeier ist er nächste Woche im Wirtschaftsministerium, um die neuesten Pläne kennenzulernen. „Bis jetzt ist alles Spekulation, man kann noch nichts Konkretes sagen“, so Heilmeier.
(Hans Moritz)
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