Flughafen - Ist der Volksentscheid in Baden-Württemberg zugunsten des Bahnausbauprojektes ein Rückschlag für die Pistengegner? Die Aufgemuckt-Sprecher sagen Nein.
Die Demo vor der CSU-Parteizentrale ist erst ein paar Monate her. Damals sagte Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner: „Nachdem Stuttgart 21 passiert ist, zittern auch in Bayern die Politiker.“ Die schwäbische Protestwelle, so schien es, trieb auch die Pistengegner voran.
„Wir haben schon lange vor Stuttgart viele Menschen auf die Straße gebracht“, widerspricht Binner und erinnert an die Protestkundgebungen im Jahr 2005 (10 000 Demonstranten in Freising) und 2007 (20 000 in München). Die zwei Verkehrsprojekte seien ohnehin nicht zu vergleichen. „Es geht zwar auch bei uns um viel Geld, aber ansonsten liegen die Probleme anders, denn es ist offensichtlich, dass die Startbahn nicht erforderlich ist“, sagt Binner. Außerdem verwies er auf die völlig andere Streitkultur. „Bei uns sind keine Wasserwerfer nötig.“
Keinesfalls dürfe man die Volksabstimmung vom Sonntag mit dem Bürgerbegehren zur dritten Startbahn gleich setzen, an dem nur die Münchner teilnehmen dürfen. Die Abstimmung zum Stuttgarter Bahnhof sei dagegen bindend und im ganzen Bundesland durchgeführt worden. Aus rechtlichen Gründen geht dies in Bayern nicht. Stieglmeier setzt aber auf „eine gute Zahl“ bei der Massenpetition, die sie nicht näher beziffern will, die von Christian Magerl genannten 100 000 aber durchaus so stehen lässt.
Und was sagen die Startbahn-Befürworter? Flughafenchef Michael Kerkloh: „Das klare Votum der Bevölkerung zeigt eindeutig, dass zukunftsweisende Infrastrukturprojekte in unserem Land mehrheitsfähig sind. Das gilt für Stuttgart 21 wie für den Ausbau des Münchner Flughafens.“ Der Airport könne aber auch unmittelbar von der neuen Bahndurchbindung profitieren, „wenn wir - was ich sehr hoffe - im Rahmen der transeuropäischen Netze künftig an die geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung von Paris über Stuttgart und München nach Bratislava angebunden werden“. (pir)
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.