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Bündnis gegen die Startbahn steht

München - Die Allianz für das Bürgerbegehren gegen die dritte Startbahn steht. Ab Samstag wollen die Startbahn-Gegner nun richtig Gas geben und im gesamten Stadtgebiet um Unterschriften werben. 30 000 davon werden für einen Bürgerentscheid benötigt.

© dpa

Streitpunkt Fluglärm: Ein Bündnis tritt in München an, um eine dritte Startbahn am Flughafen im Erdinger Moos zu verhindern.

Bereits seit zwei Wochen können die Münchner für einen Bürgerentscheid unterschreiben, etwa in der Grünen-Zentrale am Sendlinger Tor oder bei den Freien Wählern in Giesing. Klar ist aber: Das neu gegründete „Münchner Bündnis gegen die dritte Startbahn“ muss auch hinaus in die Viertel, um die nötige Unterstützerzahl von 30 000 zusammenzubekommen. Am kommenden Samstag wollen die Startbahn-Gegner Stände aufbauen, „von Allach bis Ramersdorf decken wir das Stadtgebiet ab“, sagte die Grünen-Vorsitzende Katharina Schulze gestern bei der Vorstellung des Bündnisses.

Erreicht das Bündnis die Unterstützung von drei Prozent der Münchner Wahlberechtigten - dazu zählen auch die Ausländer aus EU-Staaten - kommt es zu einem Bürgerentscheid. Dann würden die Münchner entscheiden, wie sich ihre Stadt in der Gesellschafterversammlung des Flughafens zur Startbahn stellen soll. Dort können Beschlüsse nur einstimmig fallen - ist die Stadt gegen den Bau, wird wohl keine neue Startbahn gebaut.

Das will das Aktionsbündnis erreichen, eine ungewöhnliche Allianz aus 14 Parteien, Verbänden und politischen Gruppen. „Das Ziel ist gewesen, ein breites Bündnis herzustellen aus Parteien und Verbänden, das weit in die bürgerliche Mitte hineinreicht“, sagt der Landtagsabgeordnete Michael Piazolo (Freie Wähler).

Mit im Boot sind neben dem Bund Naturschutz, der ödp, Green City oder dem Landesbund für Vogelschutz auch linke Gruppen wie das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die Linkspartei. Es gehe ja nicht um Kolitionen, sagt Piazolo, sondern um eine Sachfrage. In der hat sich Oberbürgermeister und Ministerpräsidenten-Kandidat Christian Ude (SPD) klar positioniert - pro Flughafen-Ausbau.

Die Startbahn-Gegner aber argumentieren, ein Ausbau sei unnötig. „Es ist bekannt, dass die Flugbewegungen abnehmen“, sagt Lili Schlumberger-Dogu (Linke). Auf dem Flugblatt des Bündnisses heißt es: „Das Ziel muss sein, den Flugverkehr zu bremsen anstatt ihn zu fördern!“ Der Ölpreis werde weiter steigen, glauben die Aktivisten - und der Flugverkehr damit unattraktiver werden. Das Bündnis ist sich zudem sicher, dass die Kosten für die dritte Startbahn die kalkulierten 1,2 Milliarden Euro deutlich übersteigen werden.

Dem Argument, die Stadt München brauche die dritte Starbahn für ihre wirtschaftliche Entwicklung, folgt das Bündnis nicht. Im Gegenteil. München leide schon jetzt an mangelndem Wonraum, hohen Lebenshaltungskosten und überlasteten Verkehrswegen. Eine dritte Startbahn werde diese Probleme verschärfen.

Jetzt muss das Bündnis die Münchner überzeugen - und damit viele Menschen, die nicht vom Fluglärm betroffen sind. „Wir Münchner nehmen selbstverständlich die Natur im Umland in Anspruch“, sagt Matthias Luy vom Landesbund für Vogelschutz, „deshalb haben wir auch die Verantwortung“. Die Städter sollen auch mobilisiert werden, indem betroffene Freisinger und Erdinger in München für das Bürgerbegehren werben. Auf dem Tollwood sind Aktionen an einem Stand geplant.

Wie viele Unterstützer sich bisher eingetragen haben, dazu wollen die Initiatoren noch nichts sagen. „Es läuft sehr gut, wir sind hochmotiviert“, sagt Schulze nur. Ursprünglich sollten die Unterschriften bis Weihnachten zusammen sein. Inzwischen ist das Ziel „Anfang nächsten Jahres“. Drei Monate später könnten die Bürger zur Wahlurne gerufen sein. Alle Infos zum Bündnis: www.keinestartbahn.de.

Felix Müller

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