München - Die Landtags-Grünen wollen eine Fusion der Flughäfen München und Nürnberg. Die beiden Airports sollten zu einer “Flughafen Bayern GmbH“ zusammengefasst werden, fordert die Fraktion in einem am Mittwoch vorgestellten Antrag.
So könne München von seinem Wachstum abgeben und den Rückgang in Nürnberg ausgleichen. Finanzminister Markus Söder (CSU) wies den Vorstoß zurück. Der Flughafen München bezweifelte, dass sich Passagiere und Fluggesellschaften einfach nach Nürnberg dirigieren ließen.
Die beiden Flughäfen sollten künftig nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen, verlangte der Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag, Christian Magerl. Notwendig sei ein schlüssiges Luftverkehrskonzept für ganz Bayern. Es solle sicherstellen, dass vorhandene Kapazitäten besser genutzt und Fehlinvestitionen vermieden würden. In München werde gegen den Widerstand der Anwohner eine dritte Startbahn geplant, während Nürnberg mit Einbrüchen bei den Passagierzahlen zu kämpfen habe und eher ein kümmerliches Dasein am Rande friste, erklärte Magerl. Die Grünen wünschen sich deshalb künftig einen stärkeren Ausgleich.
Der Flughafen München ist für die Lufthansa und andere Fluggesellschaften ein internationales Drehkreuz - knapp 40 Prozent der 37,8 Millionen Passagiere sind Umsteiger. Flughafensprecher Robert Wilhelm nannte die Vorschläge der Grünen in diesem Punkt deshalb “nicht nachvollziehbar“. Die Lufthansa habe Flüge in Frankfurt und München gebündelt, weil hier eine große Nachfrage bestehe und weil es viele Anschlussflüge gebe.
Finanzminister Söder sagte: “Die Grünen sind Flughafen-Gegner.“ Einziges Ziel sei es, Flughäfen schrumpfen zu lassen. Für eine Fusion von München und Nürnberg seien die Interessen in den beiden Städten zu unterschiedlich, das würde eher Streit geben. FDP-Fraktionschef Thomas Hacker sagte, die Grünen wollten nur “durch einen Gewinn- und Verlustausgleich zwischen beiden Airports die Finanzierung der dritten Start- und Landebahn unmöglich“ machen.
dpa
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