Flughafen - Sibirien im Erdinger Moos - für die Flugzeuge ist das kein Problem, sagt Flughafensprecher Edgar Engert.

Viel bringt viel: Mitarbeiter und Landwirte aus der Region helfen zusammen und befreien die Bahnen vom Schnee. F: AKL
Ganz im Gegenteil: „Die trockene Kälte spielt keine Rolle für die Triebwerke. Die müssen ja auch da oben in 12 000 Fuß bei minus 60 Grad laufen.“ Techniker hätten ihm erklärt, das der Leistungskoeffizient der Triebwerke bei Kälte sogar besser sei. Und der Auftrieb sei auch besser - soll heißen: Die Flieger gehen schneller in die Luft.
Ohnehin habe die Eiseskälte keine erheblichen Auswirkungen auf den Winterdienst. Bei den Kosten liege die FMG sogar weit unter den vergangenen Wintersaisonen, weil der Räumdienst bisher selten ausrücken musste. Ende Dezember lag die FMG über 30 Prozent unter den Ausgaben des Vorjahres. Nochmal zitiert Engert seinen Kollegen: „Je kälter, desto besser. Denn dann schneit’s weniger.“ Deshalb liege die kritische Temperatur zwischen 0 und minus 3 Grad und nicht bei den minus 20 Grad, der Rekordkälte am 6. Februar dieses Jahres.
Die Verkehrsleitung überwacht die Betriebsflächen. Neben den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes vertraut sie auch dem Glatteis-Frühwarnsystem, das von 18 über den Flughafen verteilten Messstellen permanent aktualisierte Daten bezieht. Engert: „Absolut präzise Prognosen sind äußerst schwierig, da bereits bei Temperaturschwankungen von einem halben Grad Regen in massiven Schneefall übergehen und für eine geschlossene Schneedecke sorgen kann.“
Laut Engert genießt die mechanische Säuberung der Verkehrsflächen wegen des Umweltschutzes Priorität. Nur bei Vereisungsgefahr der Betriebsflächen werde der Einsatz von Enteisungsmitteln erforderlich. Auf einem Teil der Flächen wird anstatt von Flächenenteisungsflüssigkeit Quarzsand ausgebracht, dessen Körner einen Durchmesser von 0,7 bis 2,2 Millimeter haben und damit laut Engert „für Triebwerke ungefährlich sind“. Insgesamt stehen dem Winterdienst rund 460 Mitarbeiter zur Verfügung, darunter 40 festangestellte FMG-Mitarbeiter, 40 Aushilfen und 380 externe Kräfte, also Landwirte, Fuhrunternehmer, die mit bis zu 111 eigenen Fahrzeugen die Einsätze durchführen. (pir)
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