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„Lieber Opposition, als für die Startbahn die Hand zu heben“

„Lieber Opposition, als für die Startbahn die Hand zu heben“

Flughafen - FW-Chef Hubert Aiwanger tourte das Startbahn-Erwartungsland und bekräftigte seine Haltung gegen den Flughafenausbau.

Aus diesem Acker soll eine Piste werden. Dagegen kämpfen (v. l.) Benno Zierer, Hubert Aiwanger, Josef Schmidt und Georg Wiester, der die Pläne erläuterte. Foto: pir

Aus diesem Acker soll eine Piste werden. Dagegen kämpfen (v. l.) Benno Zierer, Hubert Aiwanger, Josef Schmidt und Georg Wiester, der die Pläne erläuterte. Foto: pir

„Und hier ist nicht einmal ein Lärmschutzwall geplant?“, fragte Hubert Aiwanger ungläubig. Der Landeschef der Freiwilligen Wähler (FW) stand vor dem Acker in Schwaigermoos, der irgendwann einer dritten Startbahn weichen soll. Das landwirtschaftliche Anwesen daneben steht bereits leer - der Ort gleicht einem Geisterdorf. Nur 500 Meter davon entfernt leben noch über 300 Menschen in Eittingermoos. Sie werden - sollte die Piste gebaut werden - bei entsprechenden Windverhältnissen den Lärm von 530 Landungen und 90 Landungen pro Tag ertragen müssen. „Und trotzdem soll es keine Entschädigungen und Lärmschutzfenster geben“, ärgerte sich Eittings Bürgermeister Georg Wiester.

„Mit ein paar 100 000 Euro wäre hier schon was ausgerichtet“, sagte Aiwanger, der aber noch einmal bekräftigte, dass es weiterhin in erster Linie darum gehe, den Flughafenausbau zu verhindern. Die FW würde notfalls sogar eine mögliche Regierung der Dreier-Koalition mit Grünen und SPD platzen lassen. „Lieber bleiben wir in der Opposition, als für eine dritte Startbahn die Hand zu heben“, sagte Aiwanger, der aber ohnehin glaubt, „dass der Ude gar nicht so überzeugt ist von der Startbahn, wie er immer tut“. Der hänge seine Ministerpräsidenten-Karriere nicht an die dritte Piste. „Die ist nicht seine Lebensaufgabe“, so Aiwanger. Und Ministerpräsident Horst Seehofer rudere ja auch schon zurück. Die Staatsregierung gehe inzwischen „auf rohen Eiern“. Seehofer suche mit seiner Aussage, erst müssten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen unumkehrbar sein, inzwischen schon „den Hinterausgang“, vermutet der FW-Chef, der sich die Klagen der Anwohner über die Flughafen München GmbH (FMG) anhörte. „Niemand hat uns die Planung erläutert. Die FMG redet nur mit den Leuten, die Grund verkaufen“, schimpfte Michael Buchberger von der BI Attaching.

Apropos Grundstückspreise: Laut Josef Schmidt, Ortssprecher in Eittingermoos, gibt es derzeit 6 Euro pro Quadratmeter Ackerland. „In Giggenhausen hat die FMG 7,50 Euro für eine saure Wiese bezahlt, weil sie diese renaturiert als doppelte Ausgleichsfläche ausweisen kann.“ Der Niederbayer Aiwanger hält das „für einen Witz. Da zahlen sie ja bei uns mehr.“ Wiester dagegen nennt das einen Spitzenpreis. Er kenne Beispiele, bei denen für 3,50 Euro Grund veräußert wurde.

Zuvor war Aiwanger mit seiner FW-Delegation, darunter Landtagskollege Manfred Pointner und der Freisinger 3. Bürgermeister Benno Zierer, in Attaching gewesen. Hier ließen sie sich mittels Lärmgenerator akustisch vorführen, was das Leben in der Flughafenregion mit einer dritten Startbahn bedeuten würde: „Der hat scho ganz schee pfiff’n“, urteilte Aiwanger, nachdem der erste Flieger im Landeanflug über ihn hinweggedonnert war. (pir/zz)

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