München - Der Bau der dritten Startbahn verschiebt sich offenbar hinter die Landtagswahl im Herbst 2013. Zuvor soll erst über alle anhängigen Klagen entschieden werden.

© dapd
Die Staatsregierung hat nun auch formal beschlossen, die anhängigen Klagen gegen das Großprojekt abzuwarten. Zuvor hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die zeitliche Verschiebung angeregt. Das Gericht will alle Klagen bündeln und darüber in einem Verfahren entscheiden.
Söder, der auch Aufsichtsratschef des Flughafens ist, stellte Bedingungen für den Ausbau. Es dürfe kein Steuergeld verplant werden, bis zum Baustart müsse ein Verkehrskonzept für die Region vorliegen, noch in diesem Jahr fordert er ein neues Lärmschutzkonzept. Söder versprach, dass bis dahin auch auf Flughafen-Grundstücken kein Bagger rollt. „Hier gibt es keine Tricksereien. Wir wollen nicht, dass vorher irgendwas passiert.“ Gleichzeitig lobte Söder die Zustimmung von Münchens OB Christian Ude (SPD) zur Startbahn: „Er verhält sich richtig.“
Vor Ort stieß die Entscheidung der Staatsregierung auf Zustimmung. „Ich freue mich riesig“, sagte Hartmut Binner, Sprecher des Anti-Startbahn-Bündnisses „Aufgemuckt“. Freisings Landrat Michael Schwaiger (FW) regte an, die Zeit zu nutzen, um alle Entwicklungs-Prognosen für den Flughafen neu zu überprüfen. „Ich finde diesen Beschluss richtig“, kommentierte Freisings OB Dieter Thalhammer (SPD): „Alles andere wäre gegenüber dem Verwaltungsgericht nicht gerade höflich gewesen.“ Auch der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) begrüßte den Beschluss. Der Bedarf für die 3. Bahn sei „nicht nachgewiesen“.
cd/ws/dw
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