Tempo 100 trotz Schulbuskinder - Eltern fühlen sich von Behörden im Stich gelassen

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    • 26.02.13
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Tempo 100 trotz Schulbuskinder - Eltern fühlen sich von Behörden im Stich gelassen

Kollersdorf/Tölzkirchen - Es ist der Verkehr, der den Eltern Angst macht. Und seit kurzem auch die Auffassung der Behörden, die keine Notwendigkeit für ein Tempolimit im Bereich des Buswartehäuschens auf Höhe Tölzkirchen sehen.

Gefährliche Stelle: Täglich rauscht der Verkehr mit Tempo 100 und mehr an den Schulkindern vorbei, die in Tölzkirchen und Kollersdorf (Gemeinde Nandlstadt) den Bus benutzen. Foto: HEL

Gefährliche Stelle: Täglich rauscht der Verkehr mit Tempo 100 und mehr an den Schulkindern vorbei, die in Tölzkirchen und Kollersdorf (Gemeinde Nandlstadt) den Bus benutzen. Foto: HEL

Entlang der Hofeinfahrten von Kollersdorf und Tölzkirchen führt die Kreisstraße FS 32. Und die ist viel befahren. Denn egal, ob Fahrzeuge von oder nach Moosburg den Weg durch Mauern oder alternativ über Schweinersdorf nehmen, an der neuralgischen Stelle Tölzkirchen/Kollerdorf müssen sie vorbei. Und hier warten tagtäglich acht Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren auf den Bus. Das Problem: Beide Orte liegen auf der anderen Straßenseite, zudem nicht direkt gegenüber, weshalb die Grundschulkinder aus Tölzkirchen am Morgen und die sechs Kollersdorf-Kinder nach der Heimfahrt um die Mittagszeit die Kreisstraße überqueren müssen.

„Wir holen und bringen die Kinder jeden Tag, um sicher zu sein“, berichtet Monika Gandorfer vom Aufwand, den die Eltern tagtäglich abwechselnd auf sich nehmen. Bis vor einiger Zeit sei das Thema nicht so aktuell gewesen, sagt ihr Mann Stefan Gandorfer. Doch nach mehreren Jahren mit wenig bis gar keinen Schulkindern steige nun - erfreulicherweise - die Zahl des Nachwuchses in beiden Ortschaften. Traurige Erinnerungen hat Stefan Gandorfer an einen Unfall vor rund 30 Jahren, in seiner Kindheit, als die Überquerung der Straße für ein neunjähriges Mädchen tödlich endete.

Soweit soll es nicht kommen, was auch Kathrin und Lorenz Schweiger fordern. „Der Verkehr hat sich mittlerweile vervierfacht.“ Die Eltern des sechsjährigen Johannes sehen Handlungsbedarf, noch dazu, da auf dieser Strecke nicht nur Tempo 100, sondern weitaus mehr gefahren werde. Aus diesem Grund haben sich die betroffenen Eltern auch an die Gemeinde Nandlstadt gewandt, bei den Behörden um Abhilfe zu bitten. „Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht“, sagt Stefan Gandorfer, der sich wie die Schweigers enttäuscht über die Ablehnung eines Tempolimits an dieser Stelle zeigt. „Wenn nicht hier, wo dann?“

Auch das Argument der Fachstellen, ein Verkehrszeichen würde schließlich die Bushaltestelle ankündigen, sieht der dreifache Familienvater als widersinnig: „Vorsicht Bushaltestelle - und dann darf man dennoch 100 fahren? Da passt irgendwas nicht zusammen."

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