Freising - „Heute, Theo, wird’s was geben.“ Mit solchen Texten zu bekannten Weihnachtsliedern demonstrierten am Dienstag spät nachmittags 300 Bäuerinnen vor der Molkerei Weihenstephan gegen das Gebaren von Konzernchef Theo Müller.
Vorweihnachtszeit ist die stade, die besinnliche Zeit. Doch nicht für die Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). 300 Bäuerinnen aus ganz Deutschland pflegten gestern den Brauch des „Klöpfelns“, also des Anklopfens - und zwar bei Theo Müllers Aushängeschild Weihenstephan. Gesänge wie „Wir woll’n den Theo sehn“ fruchteten allerdings nicht, denn der Milchmogul ließ sich nicht blicken. Am Vormittag waren die blauen Hinweisschilder auf Weihenstephan an der Milchstraße von Molkerei-Mitarbeitern verhüllt worden. Die Bauzäune zwischen Versammlungsstätte und Molkerei-Areal waren allerdings vom BDM aufgestellt worden - „dass uns Theo Müller nichts tun kann“, wurde gespottet.
Was die Bäuerinnen zu ihrem Rosenkranz-Gebet im Freisinger Dom, dann zum langen Lichterzug hinaus vor die Tore der Stadt und dort schließlich zu einer Abschlusskundgebung auf dem Feld neben dem Molkerei-Gelände veranlasste, fasste Christine Schneebichler (Bundesbeirätin im BDM) zusammen: Weil Milchbauern 2008 vor der Molkerei in Leppersdorf demonstriert und den Milchlieferstopp durchgesetzt hatten, wurden acht Bauersfamilien von Theo Müller verklagt. Dabei habe der Lieferstopp zu höheren Preisen geführt, der Konzern also keinen Schaden erlitten (Theo Müller beziffert die Einbußen auf 680 000 Euro), sondern mehr Gewinn gemacht. „Eigentlich müsste er uns dankbar sein.“

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