Pfarrer Wolfgang Deutsch feiert sein 50. Ordinationsjubiläum

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    • 20.07.12
    • Freising
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Pfarrer Wolfgang Deutsch feiert sein 50. Ordinationsjubiläum

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Freising - Der Schalk sitzt ihm auch mit 77 noch im Nacken. Gleichzeitig ist er ein Mann, der sich viele Gedanken macht und seine Worte wohlüberlegt setzt: Pfarrer Wolfgang Deutsch. In diesen Tagen feiert er sein 50. Ordinationsjubiläum. Seine Bilanz: „Schee war’s.“

Freising ist seine Heimat geworden: Wolfgang Deutsch. Foto: Leh

Freising ist seine Heimat geworden: Wolfgang Deutsch. Foto: Leh

Behaglich sitzt er in seinem Sessel. Man merkt: Da ist einer, der ist mit sich und der Welt im Reinen. Ein bisschen aus der Ruhe bringt Ruhestands-Pfarrer Wolfgang Deutsch nur, dass es draußen am Himmel blitzt und donnert, als er gerade über das Verhältnis des evangelischen Dekanats zum katholischen Domberg spricht. Freilich: Deutsch, der am 18. Juli 1962 in Kempten ordiniert wurde und seit dem 1. Februar 1981 in Freising seine Heimat gefunden hat, ist nah genug dran am realen Leben, dass er die Himmelszeichen humorig deutet.

„Ganz eindeutig“ sei Freising seine Heimat geworden. Denn „nirgendwo war ich so lang wie in Freising“, erzählt Deutsch. In das vorletzte Jahr seiner „Amtszeit“ in Freising, die offiziell 1999 endete, fiel die Gründung des Dekanats Freising. Das, so erinnert sich Deutsch, sei auch eine Folge des Zuzugs gewesen, den der Flughafen verursacht habe.

Überhaupt: der Flughafen. Als er zum zum ersten Mal im November 1980 nach Freising kam, hätten gerade die Baumaschinen im Moos gestanden. Das war noch vor dem Baustopp. Seitdem begleitet ihn der Flughafen. Bis hin zum 17. Juni, als Deutsch einen „Feiertag“ erlebte: Die Münchner haben die Startbahn abgewählt. „Ich war überzeugt, wir schaffen das“, sagt Deutsch, der fünfeinhalb Jahre lang wirklich jeden Sonntag an den Lichterzeichen-Schweigemärschen teilnahm. „Der Einsatz für unsere Gesellschaft lohnt sich“, weiß der 77-Jährige jetzt.

Schwierige Zeiten, so sagt Deutsch nach längerem Überlegen, habe er in den vergangenen 50 Jahren als Pfarrer nicht erlebt: weder im Allgäu (von 1961 bis 1964), noch als erster Militärpfarrer Bayerns, der nicht gedient hatte, in Neuburg an der Donau (1964 bis 1967), noch in Ingolstadt oder Rosenheim. Und erst recht nicht in Freising. „Es war immer wieder anders. Aber: Schee war’s.“

Und wohl deshalb würde Deutsch wieder diesen Beruf ergreifen. Beruf? Oder eher Berufung? Deutsch bringt das gut zusammen: „Jeder Beruf, der mit Menschen zu tun hat, muss auch Berufung sein.“

Ob er diesen Beruf auch gewählt hätte, wenn er katholisch gewesen wäre, ist eine Frage, die Deutsch schnell beantworten kann: Nein. Denn „zum Menschsein gehört auch, dass man einen Lebenspartner hat, dass man sein Leben teilt“. Seine drei Kinder, die Schwiegertöchter und -söhne will er nicht missen. Und die sechs Enkel erst recht nicht. Nächstes Jahr feiert das Ehepaar Deutsch Goldene Hochzeit.

Wie viele Hochzeiten er selbst gestaltet hat, weiß er nicht. „Ich führe da keine Strichliste.“ Wenn es laut Pfarramt 152 in seiner Freisinger Zeit gewesen sein sollen, dann werde das schon stimmen. Weil, wie Deutsch sagt, „unser Beruf das ganze Leben umfasst von der Geburt bis zum Sterben“, gab es selbstverständlich auch traurige Anlässe. „Man kann mit den Angehörigen weinen, man muss aber auch wieder das Licht sehen.“ Eine große Hilfe war und ist da immer das „Gottvertrauen“. Zu wissen, dass „Leiden und Freuden bei Ihm gut aufgehoben sind“, das tue gut. Und: „Das brauche ich ja auch für mich - mit 77“, sagt Deutsch und zwinkert schelmisch.

Traurige Erfahrungen zu verarbeiten, dafür hat Pfarrer Deutsch ein besonderes Rezept: Spaziergänge. Immer wenn er die Palliativstation im Freisinger Klinikum verließ, wo er bis 2010 seelsorgerliche Begleitung verrichtete, ist er zu Fuß nach Hause gegangen: Zeitlich und räumlich habe er so Distanz schaffen können. Das sei wichtig.

Dass er einen gewissen Michael Kasper einmal für eine Woche aus dem Konfirmandenunterricht ausgeschlossen hat, wie der Freisinger Kulturmanager kürzlich im Internet berichtet hat, weiß Deutsch nicht mehr. Kasper hatte die Frage nach dem Sinn der Konfirmation mit dem Wort „Geldgeschenke“ beantwortet. „Das ist doch ein gutes Zeichen, dass er ehrlich war“, sagt Deutsch und lacht

Wenn es um die nächste Zukunft geht, wird Deutsch wieder ernst: Er sei in einem Alter, „wo ich die Prioritäten nicht mehr selbst setze“. Doch er gewinnt dem auch Positives ab: „Das Gute ist, dass ich meinen Terminkalender selbst machen kann.“ Und der ist seit seinem 75. Geburtstag etwas weniger voll. Denn: „Man muss auch Ruhe geben können“, sagt Deutsch und lehnt sich behaglich in den Sessel zurück.

Man merkt: Dieser Mann ist mit sich und der Welt im Reinen.

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