Max will sich gegen böse Kritik wehren: Er hat seine erste Single "Sauglocknläutn" aufgenommen.

22 Jahre nach "Mini-Playback-Show"

YouTube-Star: Maxl ist kein Macho

Rudelzhausen - Auf YouTube ist er der Star: Maxl Hacker aus Rudelzhausen. Als vierjähriger Wonneproppen eroberte er vor 22 Jahren bei der „Mini-Playback-Show“ die Herzen im Sturm. Jetzt hat er mit dem Video auch Ärger.

„Ein Foto? Von mir? Des kannst total vergessen. I bin so fotogen wie a Klodeckl“, sagt Maxl Hacker, als er spätnachmittags zum Gespräch in die Redaktion vom Freisinger Tagblatt kommt. Schlagfertig ist der heute 26-Jährige immer noch. Und er kann über sich selbst lachen. „Das musst du, wenn du so ausschaust wie ich“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

„Wonneproppen“, das war damals ein Teil der Mini-Playback-Show auf RTL. „Da haben kleine, g’fotzerte Kinder einfach a bissl was erzählt“, beschreibt Maxl das Format. Und wie ist er dazu gekommen? Als Vierjähriger war er in den Sommerferien mit seinen Eltern im Europapark in Rust. Er erinnert sich an einen Mann mit weiß-roten Luftballons. „So einen wollt’ ich unbedingt.“ Der Mann war von RTL und ehe Maxls Eltern es verhindern konnten, hatte der Kleine auch schon zugesagt, bei den „Wonneproppen“ mitzumachen. Für einen Luftballon.

Das Interview mit Maxl dauerte 20 Minuten - gut fünf Mal so lang, wie geplant. Und das, was er damals so von sich gegeben hat, machte ihn über Nacht zum Star. Heute, 22 Jahre später, ist das Video nun im Netz aufgetaucht und avancierte binnen kürzester Zeit zum globalen YouTube-Hit. Vor allem, was er über Frauen im Allgemeinen und über seine Mutter im Besonderen vom Stapel lässt. „Mama hätte mir damals am liebsten den Mund zugehalten“, sagt er lachend. Wer das Video gesehen hat, versteht, warum: „Die Mama darf schon auch raus“, plapperte der Kleine drauf los. Aber nur bis nach Mainburg, und auch nie länger als fünf Stunden. „Sie ist immer fröhlich, wenn sie hört, dass sie bis nach Mainburg darf“, plauderte der Kleine aus dem heimischen Nähkästchen. Sogar kaufen darf sich Max’ Mama was, wie der süße Kerl damals verriet. „Aber nur im Schlussverkauf“, gab der kleine Charmeur bereitwillig preis. Auf die Frage von Mareike Amado: „Aber eine Leine hat die Mama nicht?“ antwortete der schlagfertige kleine Bayer: „Naa, die darf schon frei rumlaufen.“

Zum YouTube-Interview mit Maxl und Mareike Amado

Max als Vierjähriger: Er ist ein gefragter Mann, seit sein "Wonneproppen"-Video auf YouTube um die Welt geht.

Das Video ist der Brüller. Aber nicht für alle. Seit es auf der Internetplattform YouTube um die Welt geht, muss Maxl Hacker sich mit bitterbösen Kommentaren von Frauen, die, wie er sagt, „die Worte eines Vierjährigen auf die Goldwaage legen“, auseinandersetzen. „Macho-Schwein“ ist noch einer der harmlosesten Kommentare, die er zu hören bekam. „Wer uns kennt, weiß: das ist unser trockener Humor. Den hatte ich damals schon.“ Und in Kombination mit bayerischer Gelassenheit - auch die hat er vorzuweisen - kann das „im Leben nur von Vorteil sein“, sagt er und lächelt sein schönstes Lausbubenlächeln. Seine Mama sei damals Hausfrau gewesen und habe in der Firma des Vaters, einem selbstständigen Ingenieur für Luft- und Raumfahrtechnik, gearbeitet. „Mama war immer zuhause, und wenn sie mit mir zum Einkaufen gefahren ist, dann eben nach Mainburg“, erinnert sich Hacker. Mittlerweile hat der gelernte Verfahrensmechaniker selbst eine Firma für Rennsport und Luftfahrtbedarf gegründet, ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Mit Fleiß zum Erfolg? „I mog des Gewinsel eigentlich ned. Aber: ja.“ Seinen Eltern ist der 26-jährige unbeschreiblich dankbar. „Ich hatte eine brutal schöne Kindheit, wir haben die ganze Welt bereist.“

Auf das enorme Selbstbewusstsein als damals Vierjähriger angesprochen, meint der Rudelzhausener: „Bei uns zu Hause waren immer Freunde und Geschäftspartner meiner Eltern. Ich bin zweisprachig aufgewachsen, weil mein Vater mir, anstatt Gute-Nacht-Geschichten, lieber englische Bücher vorgelesen hat.“ Als kleiner Bub schon habe er die Gäste im Haus herumgeführt, ihnen im perfekten Englisch alles gezeigt und erklärt.

Im Interview damals hat er von seinem Traumberuf, Motocrossfahrer, erzählt. Tatsächlich ist er vom siebten Lebensjahr an Speedway gefahren, wurde sogar dreimal Deutscher Meister. Irgendwie stand „der Maxl“ schon sein Leben lang im Rampenlicht. Gestört hat ihn das nie.

Was ihn an der Geschichte jetzt aber doch wurmt, ist die Humorlosigkeit der Damen, die ihn so böse kritisieren. Lange hat er überlegt, wie er reagieren soll. Bis er die zündende Idee hatte: „Es war auf einem Konzert von ,Sauglocknläutn’ im Hopfenmuseum in Wolnzach.“ Danach hat er die Nummer von Walter Zinkl herausgefunden und ihm vorgeschlagen, gemeinsam ein Lied aufzunehmen. Zinkl war begeistert. Nach einigen Tagen im Studio ist am Ende „Der Max von Rudelzhausen“ herausgekommen. Mit diesem potenziellen Wiesnhit feiert Max zusammen mit „Sauglocknläutn“ morgen, Sonntag, um 19 Uhr auf dem Hopfenfest in Au Weltpremiere. Eine Kostprobe darf er uns im Interview leider nicht geben. Verrät aber, dass es auf jeden Fall ein Lied gegen schlechte Laune ist. Es ist eine Antwort auf all die hässliche Kritik an seinem Fernsehauftritt als Vierjähriger. 50 Prozent des Erlöses aus dem Singleverkauf gehen an das Kinderhospiz. Denn „a Gschäft“ will er damit nicht machen.

Am Ende will er noch etwas klarstellen: „Meine Mama, das ist die pfiffigste Frau auf der Welt.“ Frauenfeindlichkeit, Machotum: „Ich? - gwiss ned!“

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