Moosburg - Betreutes Wohnen am Weingraben: „Eine städtebauliche Todsünde“

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    • 29.01.13
    • Moosburg
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Betreutes Wohnen wird zum Zankapfel

"Städtebauliche Todsünde“ am Weingraben

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Moosburg - Der Bau einer betreuten Wohnanlage am Moosburger Weingraben liegt vorerst auf Eis: Der Investor hat den umstrittenen Antrag zurückgezogen. Hauptgrund: die Fassade.

© Albrecht

Der Weingraben gerät zum Zankapfel: Wo jetzt noch diese drei Gebäude stehen, möchte ein Investor Platz für betreutes Wohnen schaffen. Kritiker wie Stadtrat Josef Dollinger (FW) fürchten jedoch um das Erscheinungsbild und die Attraktivität der Innenstadt. Aus Dollingers Sicht konnte in einer Sondersitzung im Rathaus gerade noch die „Notbremse“ gezogen werden. Wäre der Antrag des Investors auf Vorbescheid durchgegangen, hätte man nämlich „Baurecht geschaffen“.

In einer Sondersitzung des Stadtrats am Donnerstag hat der Investor laut Meinelt das Projekt erläutert und festgestellt, dass es „kein Riegel“ werden solle. Die Fassade müsse sich besser ins Stadtbild einfügen, womöglich stilistisch an die bestehenden Gebäude erinnern, erklärte die Rathauschefin gegenüber unserer Zeitung.

Über das weitere Vorgehen sagte sie: Man werde jetzt versuchen, gemeinsam mit dem Bauamt und in Absprache mit Kreisbaumeisterin Antonia Seubert eine Lösung zu finden. „Es muss sich einfügen“, stellte sie in Bezug auf das geplante, über drei Grundstücke hinweg reichende Gebäude fest.

Der Investor, die WIG Schwarzwälder GmbH aus Königsfeld, war mit seinem Plan, am Weingraben 18 bis 22 eine Anlage für betreutes Wohnen zu verwirklichen, auf öffentlichen Widerstand gestoßen. Unter anderem hatte der Verein der Altstadtförderer Einwände erhoben. Vorsitzende Daniela Eiden hatte extra einen Brief an Meinelt und das Bauamt verfasst, in dem sie Länge und Höhe des Gebäudes kritisierte und die ausgewiesenen Stellplätze für unzureichend erklärte. Auch, dass im Erdgeschoss keine Geschäfte vorgesehen seien, ist aus Sicht der Altstadtförderer ein großer Fehler. Damit wäre der Weingraben praktisch ausgestorben, argumentierte Eiden.

Eine Meinung, die ebenfalls Stadtrat Josef Dollinger (FW) vertritt. Er zählt zu den erklärten Kritikern des Projekts. Auf die Gründe angesprochen, nannte Dollinger die Fassade. Er hält sie für zu wenig gegliedert und bezeichnet sie als „städtebauliche Todsünde“. Dass der Planer im Erdgeschoss lediglich einen kleinen Gemeinschaftsraum vorsieht, stört ihn ebenfalls: „Für die Öffentlichkeit ist der Großteil des Erdgeschosses damit nicht nutzbar“, was schlecht für die Innenstadt sei. „Keine Geschäfte, kein Gewerbe, das macht den Weingraben kaputt“, bemängelt Dollinger. Für ein weiteres Unding halte er es, dass keine Tiefgarage vorgesehen gewesen sei.

Wolfgang Flaig, Ansprechpartner der WIG Schwarzwälder, sieht die Sache weniger tragisch: „Man konnte sich nur nicht auf die Fassade einigen“, kommentierte er am Telefon die Sondersitzung. Eine Tiefgarage sei sehr wohl vorgesehen. Nächste Woche gehe es weiter mit den Verhandlungen. „Wir sind nach wie vor stark an dem Projekt interessiert.“

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Kommentare

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Paula30.01.2013, 18:57
(2)(0)

Mich würde interessieren "betreutes Wohnen" für wem oder was? Drogenabhängige, kriminelle Jugendliche? Allerdings muss ich Herrn Dollinger in einem widersprechen und zwar im Bereich leerstehende Geschäfte. Damit kann Moosburg einen regen Handel treiben. Nur alleine am Rosenhofweg, die Bäckerei und das Lokal sind zu und so zieht es sich doch wie ein roter Faden durch die Altstadt. Die neue Umgehungsstraße wird ein Weiteres dazu beitragen. Da der Durchfahrtsverkehr schon abgenommen hat.

Oesterreicher6430.01.2013, 09:42
(4)(0)

Für den Normalbürger schwer nachvollziehbar, dass sich der Investor erst jetzt bemüht, gemeinsam mit dem Bauamt und der Kreisbaumeisterin eine Lösung zu finden die sich städtebaulich einfügt. Auch die Überlegung, dass die Stellplatzsituation vorher geklärt werden muss,da davon alle Anwohner des Weingrabens betroffen sind, muss erlaubt sein.
Sicher sind in der Vergangenheit viele Investoren vergrault worden, aber jetzt ins andere Extrem zu fallen und alles zu genehmigen ohne im Vorfeld nach der bestmöglichen Lösung für die Innenstadt und nicht nur für den Investor zu suchen kann auch nicht des Rätsels Lösung sein.
Dass ein Investor verdienen muss ist nachvollziehbar. Aber sinnvolle Lösungen sollten vor der Genehmigung gefunden werden, damit hinterher nicht wieder Schadensbegrenzung nötig ist.

Moosburger29.01.2013, 21:32
(2)(0)

Eine richtige Entscheidung. Eine Bausünde schadet der Stadt auf Jahrzehnte.

Wichtig ist nicht dass irgendwas gebaut wird, sondern dass das richtige gebaut wird.

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