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Freisinger OB-Kandidaten liefern sich aufschlussreiche Verbal-Scharmützel

OB-Kandidaten liefern sich aufschlussreiche Verbal-Scharmützel

Freising - „Gib deinen Senf dazu!“, lautete die Aufforderung. Die Jugend ließ sich am Donnerstag im alten Juz an der Kölblstraße nicht zwei Mal bitten und löcherte die OB-Kandidaten mit Fragen. Das führte zu ebenso aufschlussreichen wie unterhaltsamen Verbal-Scharmützeln auf dem Podium.

Auge in Auge mit den sieben OB-Kandidaten im „vis-á-vis“. Es ging teilweise richtig zur Sache bei der Podiumsdiskussion des Szenekulturforums am Donnerstag. Foto: Rainer Lehmann

Als erstes Thema sorgte die Moosach-Öffnung für Diskussionsstoff: Rudi Schwaiger (CSU) und Sebastian Habermeyer (Grüne) verwiesen auf die Finanzierung, die gar nicht so einfach sei. Und dass die Moosach demnächst sowieso geöffnet werden müsse, wie Benno Zierer (FW) und Eva Bönig (SPD) angekündigt hatten, treffe so nicht zu. Dann hätten wohl die Fachleute vom Tiefbauamt gelogen, hielt Tobias Eschenbacher (FSM) dagegen: Moosach-Öffnung und Innenstadtkonzeption, das sei eine Wirtschaftsfördermaßnahme, und da dürfe man nicht sparen. Zierer war auch für die Moosach-Öffnung - aber „schlicht, zeitlos, einfach“. Daniel Wilke (Linke) hielt davon gar nichts: „Wenn die Moosach geöffnet wird, beißen sich die Einzelhändler selbst in den Schwanz“, weil dann Parkplätze wegfielen.

Alle Infos zur OB-Wahl in Freising finden Sie hier.

Streitpunkt Nummer zwei: Räume für Jugendkultur. Helmut Priller (ödp) brachte nicht nur die alte Ringerhalle an der Luckengasse ins Gespräch (wo man halt mit dem Privateigentümer reden müsse), sondern auch die oberirdischen Gebäude des Bunkers Fridolin. Da hatte er aber die Rechnung ohne Schwaiger gemacht: Der Bunker unterliege einer Veränderungs- und Nutzungsänderung, da gehe gar nichts. Alles andere seien „leere Versprechen“.

Unterschiedlich waren auch die Ansätze, wie man Jugendlichen in der Innenstadt wieder mehr Aufenthaltsmöglichkeiten geben könne: „Wir haben früher nicht mit Flaschen um uns geschmissen“, verteidigte Bönig (ebenso wie Zierer) die Schließung der Roseninsel. Wer die Vorteile der Innenstadt wolle, müsse auch die Nachteile in Kauf nehmen, so das Credo von Eschenbacher und vor allem Habermeyer, der mehr „Gelassenheit“ forderte: „Das Leben ist nun mal etwas lauter, als wenn man im Sarg liegt.“ Für Schwaiger war klar: „Jugend und andere Randgruppen sollen Räume haben.“

Unter Beschuss geriet Schwaiger, als er von „Zuschüssen“ für das „Uferlos“-Festival sprach. Eschenbacher stellte klar, dass „Uferlos“ keine Gelder bekomme, sondern Platzmiete für die Luitpoldanlage zahle. Und Habermeyer fragte sich, ob die Festival-Macher überhaupt Geld zahlen müssten. Das wiederum brachte Bönig auf die Palme, die Habermeyers Aussage als „populistisch“ bezeichnete: Würde es „Uferlos“ nicht geben, gebe es weiterhin das allseits ungeliebte Frühlingsfest - und das habe 50 000 Euro in die Stadtkasse gespült. Eschenbacher: „Das kann man nicht vergleichen. Zwei verschiedene Welten.“

Speziell auf Schwaiger gemünzt - das war der nächste Aufreger - war die Frage nach dem vom CSU-Kandidaten propagierten „Plan B“, sollte die Startbahn gebaut werden: „Das erschüttert den Widerstand“, waren sich Bönig und Zierer sicher. „Es gibt keinen Plan B“, so die klare Aussage von Eschenbacher. Habermeyer platzte angesichts des „Geschwafels“ von einem „Plan B“ der Kragen: „Wie schaut denn dieser Plan B aus? Kriegen wir Geld für Infrastrukturmaßnahmen, die wir eh brauchen? Das ist doch Bestechungsgeld, dass wir unser Maul halten!“ Nein, so Schwaiger: Jetzt habe man halt bessere Verhandlungsmöglichkeiten mit der CSU-Regierung, die nicht sicher sei, ob sie 2013 gewählt werde. Habermeyer: „Also doch Bestechungsgeld!“

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