Neufahrn/Freising - „Ich bin überfahren von dieser Wendung“: Bestürzt zeigte sich am Donnerstagabend der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Magerl von der von Müller-Brot beantragten Insolvenz.
Die explosive Meldung, herausgegeben von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), schlug gestern ein wie eine Bombe: „Über 1100 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Existenz“, vermeldete NGG-Sprecher Mustafa Öz.
MdL Christian Magerl hatte noch am Donnerstagvormittag im Landtag den Bericht von Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber gehört. Er war gerade aus München in die Domstadt zurückgekehrt und hatte kurz vor 17 Uhr von der Neuigkeit gehört, dass das mit seinem Hygiene-Skandal in die Schlagzeilen geratene Unternehmen Müller-Brot beim Landgericht in Landshut vorstellig geworden war und Antrag auf Insolvenz gestellt hatte.
Die Verantwortlichen haben wohl Cent für Cent aus der Firma herausgeholt, mutmaßt der MdL. Zumal ja die Müller-Ware nicht unbedingt zu den „Billigheimern“ gehörte: „Die Brezen zum Beispiel hatten ja fast den selben Preis wie im Handwerksbetrieb.“
Auch der Neufahrner Bürgermeister Rainer Schneider zeigte sich bestürzt von der Insolvenz der Firma MüllerBrot. „Das ist eine schwierige Entwicklung“, stellte der Rathauschef fest. Immerhin stünden 1100 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Mit Spekulationen, dass das Unternehmen den Hygiene-Skandal missbrauche, um sich auf elegante Weise der Schulden zu entledigen, müsse man laut Schneider „ganz, ganz vorsichtig sein“. Offiziell sei ihm über die genaueren Umstände noch nichts bekannt, betonte er.
Für Neufahrn als Wirtschaftsstandort sei eine solche Entwicklung fatal. Müller-Brot sei seit dem Wegfall von Avon mit Abstand der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. Entspechend bitter sei ein Totalausfall für die Gewerbesteuereinnahmen - von den Einzelschicksalen gar nicht zu reden. „Mir tut jeder leid, der seinen Arbeitsplatz verliert“, erklärte Schneider. Gesetzt den Fall, Müller-Brot habe sich wirklich dahingehend verhalten und die Situation ausgenutzt, müsse sich allerdings auch die Staatsanwaltschaft „unangenehme Fragen stellen lassen“.

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