Freising - Ein paar waren sogar verkleidet. Vor allem Cowgirls, Squaws und Miezekatzen standen hoch im Kurs. Doch beim Rosenmontag im Lindenkeller ging es in erster Linie um Rock: „70 Cent“ und die „Little Boy Juniors“ feierten in einem pickepackevollen Unterhaus eine schöne Gute-Laune-Party.

Und jetzt alle mitgröhlen! Die Band „70 Cent“ ist sogar am Rosenmontag für ein Festival gut. Foto: Lehmann
Man kennt das: Frontman Richy Kehr singt sich mit Leidenschaft und Können die Seele aus dem Leib, gibt den Jon Bon Jovi („Livin’ on a prayer“ und „It’s my life“) genauso wie den Sting („Englishman in New York“), lässt Pop-Rock von Supertramp ebenso wieder auferstehen wie den herrlich bösen Rock der 70er á la Led Zeppelin. Und mit jedem Song, den das auch musikalisch exquisite Sextett aus dem Nebel heraus und von der Bühne herunter schmettert, steigt die Stimmung: Das Volk tanzt, fühlt sich in die guten alten Zeiten des Lindenkellers zurückversetzt. Mitgröhlen, kollektives Singen eingängiger Refrains, Tanzen, bis der Schweiß in Strömen fließt - „70 Cent“ sind immer für ein Festival gut. Auch am Rosenmontag.
Und im selben Maße, wie bei Gitarrist Stefan Arden die Haare immer wilder und länger werden, wächst auch das Repertoire von „70 Cent“ von Auftritt zu Auftritt. Der Beweis: Martina Roth, früher meist Background-Sängerin, darf inzwischen auch das Frontmikro bearbeiten. Und das ist gut: „Sweet Dreams“ von Annie Lennox, „She’s got it“ von Bananarama oder auch Joan Jett’s Hymne „I love Rock’n’Roll“ steigern den ohnehin schon grandiosen Unterhaltungswert von „70 Cent“ auf mindestens 80 bis 90 Cent.

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