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Warum der Attachinger Hans Hölzl aus der CSU ausgetreten ist

Warum der Attachinger Hans Hölzl aus der CSU ausgetreten ist

Freising - Er ist einer von den acht Stadträten, die aus der CSU-Fraktion im Stadtrat ausgetreten sind. Und er ist einer von den fünf, die außerdem - in seinem Fall nach 28 Jahren - der CSU den Rücken gekehrt haben: Hans Hölzl.

„Näher dran am Menschen? Das sind doch nur Floskeln“ – Hans Hölzl, der sowohl aus der CSU-Stadtratsfraktion als auch aus der Partei ausgetreten ist, hat als Attachinger von Anfang an gegen den Flughafenausbau Position bezogen. Foto: Gleixner

Seine besondere Situation: Hölzl ist Attachinger, wohnt also in dem Ortsteil, der von einer dritten Startbahn ganz besonders betroffen wäre. Im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt hat Hölzl nun „ausgepackt“, Gründe und Hintergründe für den doppelten Ausstieg erläutert.

Schlafen Sie seit ein paar Tagen besser? Sind Sie erleichtert?

Erleichtert nicht direkt. Aber dass ich in den vergangenen Jahren laufend und teilweise auch blöd angeredet wurde, warum ich denn noch bei der CSU sei, wo die doch die Startbahn so befürwortet, das ist jetzt vorbei. Ich habe viele Reaktionen von Leuten bekommen, die zu mir sagten, meine Entscheidung sei der richtige Schritt gewesen.

Kam der Austritt aus der Partei nicht etwas spät? Hätten Sie diesen Schritt nicht schon früher machen sollen?

Das kann man so sehen, denn der Druck aus Attaching war ja immer da. Aber ich habe halt bisher stets so argumentiert, dass man die Belange Attachings vielleicht besser vorbringen könne, wenn man in der CSU dabei ist.

Das hat aber nicht so geklappt?

Nein. Weder auf der Ebene des Orts- noch des Kreisverbandes, weder beim Landtags- noch beim Bundestagsabgeordneten habe ich Gehör gefunden. Die haben nie mit mir das Gespräch gesucht. Da gab es von Anfang an, seit die Planungen für die dritte Startbahn laufen, Leute aus diesen Reihen, die für die Startbahn waren, ohne dass sie es kritisch hinterfragt haben. Das sind Leute, die halt noch Karriere bei der CSU machen wollen. Die Sprüche von „Näher dran am Menschen“ - das sind doch nur Floskeln. Ich habe mich aber von Anfang an gegen den Flughafenausbau positioniert. Aber mal mit mir darüber geredet oder auf mich zugekommen ist keiner.

Nun hätten Sie ja aus der CSU austreten, aber Mitglied der Fraktion bleiben können. Wieso sind Sie auch da ausgestiegen?

Ich habe mich - vom Thema dritte Startbahn abgesehen - in der CSU immer gut aufgehoben gefühlt, obwohl ich nie ein Parteigänger war. Und bisher wurden alle Themen in der Fraktion ausdiskutiert. Doch seit einiger Zeit ist das anders. Da wurden Themen nach außen getragen, die mit der Fraktion überhaupt nicht besprochen waren.

Zum Beispiel?

Die Sache mit dem Investor Bögl für die Eishalle zum Beispiel. Oder dass man Grundstückseigentümern in Achering Versprechungen gemacht hat, von denen klar war, dass man sie nicht halten könne. Das waren Alleingänge, die mich und uns zunehmend gestört haben. Und so etwas ist in letzter Zeit immer öfter vorgekommen.

Was heißt „in letzter Zeit“?

Vor allem seit der Wahl von Rudolf Schwaiger zum OB-Kandidaten. Damit das klar ist: Die Wahl Schwaigers war für mich eine demokratische Entscheidung. Der füge ich mich auch. Aber für meinen Austritt aus der Fraktion ausschlaggebend war, dass die seitdem ihr eigenes Süppchen gekocht haben, ohne mit der Fraktion zu reden. Was da beispielsweise zur Innenstadtkonzeption gesagt wurde oder dass man öffentlich von einem Plan B redete, falls die Startbahn kommen sollte, das war nicht mehr akzeptabel.

Wen meinen Sie mit „die“?

Schwaiger und vor allem Ortsvorsitzenden Erich Irlstorfer. Der Ortsverband ist doch nur eine Person. Und auch den anstehenden OB-Wahlkampf will man da nur intern vorbereiten und führen, weil es offensichtlich die Fraktion dazu nicht braucht. Aber eigentlich ist es doch die Stadtratsfraktion, die den politischen Weg vorgibt. Vor allem die Jüngeren haben das kritisch gesehen.

Wie werden Sie sich im OB-Wahlkampf verhalten - egal, ob Eschenbacher antritt oder nicht?

Ich werde mich neutral verhalten. Wenn zum Beispiel Schwaiger Termine und Gespräche mit Attachingern Vereinen haben will, werde ich das selbstverständlich vermitteln. Wir wollen da keine explizite Abgrenzung. Und man muss diesen Leuten ja auch noch in die Augen schauen können.

Wie geht es mit der neuen Fraktion weiter?

Da ist noch Einiges zu klären. Am Montag werden wir so eine Art konstituierende Sitzung abhalten. Aber ich glaube, dass bis zur nächsten Kommunalwahl 2014 noch genügend Zeit ist, um zu beweisen, was wir für Freising leisten können. Vor allem muss man die Jungen arbeiten und Ideen entwickeln lassen, über die man dann diskutieren muss.

Interview: Andreas Beschorner

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