Fürstenfeldbruck - Selten ist die VR-Bank mit so viel Unsicherheiten in ein neues Jahr gestartet.
Das wurde deutlich, als Vorstandsvorsitzender Walter Müller gestern die Jahresabschlusszahlen für 2011 vorstellte.
Die Unsicherheit wird unter anderem anhand der Kundeneinlagen sichtbar. Die seien 2011 nicht zufriedenstellend gewesen. Damit ist das Geld gemeint, das der Kunde bei seiner Bank deponiert hat. „Hier spürt man eine gewisse Angst“, sagt Müller. „Die Leute flüchten ins Betongeld.“ Was übersetzt heißt: Sie kaufen sich lieber Wohnungen oder Häuser, anstatt ihr Geld bei der Bank aufzubewahren. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Kundeneinlagen und Wertpapiergeschäfte nur um 1,4 Prozent gestiegen, der „schwächste Wert seit Jahren“.
Die allgemeine Unsicherheit zeigt sich auch in der Bilanz der VR-Bank. Unterm Strich stehen 1,2 Milliarden in der Bilanzsumme, ein relativ bescheidenes Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Ertragslage bezeichnet der Vorstand dennoch als gut, das Kreditgeschäft sei lebhaft.
Die Kreditklemme, von der in letzter Zeit immer wieder zu hören ist, spiele bei der VR-Bank Fürstenfeldbruck keine Rolle. Das heißt, wer im vergangenen Jahr einen Kredit haben wollte, bekam diesen in der Regel auch. Und auch für das aktuelle Geschäftsjahr sind die Aussichten gut. „Wir haben die Möglichkeit, noch mehr Kredite zu vergeben“, sagt Vorstand Rainer Kerth. Zwischen 400 und 500 Millionen Euro seien zusätzlich möglich.
Die Staatsschuldenkrise sei auch im Landkreis nicht wegzudiskutieren. „Staaten wie Griechenland müssen ihre Schulden zurückzahlen“, sagt Müller. „Aber auch Deutschland ist nicht der Musterknabe, als der er immer dargestellt wird.“ Wie es mit dem Euro weitergehen wird, sei ungewiss. Walter Müller: „Auf diese Fragen haben wir noch keine Antwort.“
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